
Lahore, Pakistan, 1. September 1965: Die Offensive der Pakistani gegen die Inder beginnt. Sami Shirazi, Oberleutnant der pakistanischen Luftwaffe, stürzt bei seinem ersten Einsatz ab. Seine Mutter Daadi erträgt diesen Schicksalsschlag nicht. Sie fällt in tiefste Depressionen.
Zwei Monate später wird ihr Enkel Zaki, der Ich-Erzähler, geboren. Zaki wird der Großmutter übergeben, um den Verlust des eigenen Sohnes wettzumachen. Als Halbwaise wächst er mit seiner Mutter, mit Tanten und Cousins in gutbürgerlichen Verhältnissen auf.
Zaki studiert in Amerika und kehrt zu den Hochzeitsvorbereitungen seiner Cousine Samar Api zurück. Es wird eine riesige Feier mit 170 Gästen. Mit seinen Cousins verteilt er die Einladungen und besorgt Alkoholisches bei Schwarzhändlern. Zu nächtlicher Stunde droht ihnen eine Kontrolle durch die "Schmiergeldfresser" - die Polizei.
Am nächsten Tag gehen die Vorbereitungen weiter: Catering-Service, Kapelle, Podest mit dem Sofa für das Brautpaar und vieles mehr werden organisiert. Die Zeremonien beginnen mit zahlreichen verhalten erotischen Tänzen. Seit Tagen ist die Braut völlig abgeschirmt gewesen. Niemand hat sie sehen dürfen. Erst am letzten Abend wird sie entschleiert.
Diese kleine Leseprobe ist nur ein Vorgeschmack auf das Epos der Familiengeschichte Zakis, die sicher mit der Entwicklung seines Landes eng verquickt sein wird.
Trotz mancher Fernsehreportagen ist die Geschichte Pakistans bei uns weitgehend unbekannt. In den Nachrichten hören wir davon als Wahlheimat Bin Ladens, als Rückzugsregion der Taliban, als bedrohliche Atommacht. Dabei ist es eine bewegende, ja tragische Entwicklung, die dieses Land hinter sich hat. Nachdem die Kolonie Britisch-Indien 1947 unabhängig wurde, löste sich ein Jahr darauf Pakistan vom jungen Staat Indien ab, um den Moslems des Subkontinents eine hoffnungsvolle Heimat zu bieten. Bereits diese Trennung ("Partition") verlief als grausames Blutbad, und seither ist das Verhältnis zwischen den beiden Nachbarn gespannt gewesen. 1965 begann der zweite Indisch-Pakistanische Krieg, in dem Zakis Vater starb. Auch innenpolitisch fand das Land nie sein Glück: Nach einem Bürgerkrieg löste sich der östliche Teil (Bangladesh) vom westlichen (Pakistan). Militärputsche und Diktatoren, Korruption und Gewalt, Hunger und Armut, Attentate und Märtyrertum, Hoffnungen und Enttäuschungen beherrschten die Jahrzehnte. Nicht ein einziges Mal erlebte das Land einen friedlichen, demokratischen Machtwechsel.
Dieser Roman will kein Geschichtsbuch ersetzen. Aber Ali Sethi erschafft vor dem Hintergrund der durch Gewalt und Kriege traumatisierten Gesellschaft eine farbenprächtige, authentische Atmosphäre und lässt den Leser in diese unbekannte Welt eintauchen.
Eine Super-Chance!
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