0 Andreas Izquierdo:
Apocalypsia

Fantasy · Rotbuch 2010 · Gebunden · 624 S. · ISBN 9783867891080
1 Sterne

Ich wünscht', ich wär' ein Engelein ...

Leseeindruck vom 08.08.2010 · 2385 Zeichen
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"Alles hat seine Zeit, doch ihre Zeit war noch nicht gekommen." Eine Frau will ihrem Leben ein Ende machen, doch während sie von den Klippen springt, umfasst sie ein durchscheinendes Wesen. Es wiegt sie liebevoll in seinen Armen, legt sie auf festem Boden ab. Danach verliert sie das Bewusstsein.
In einem Krankenhaus liegt die immer noch abwesende Selbstmörderin zur Behandlung. Der Pfleger, der von der leitenden Ärztin Esther eingesetzt wird, möchte diese Patientin nicht betreuen. Sie ist ihm unheimlich, denn er findet, niemand hätte den Sturz in die tiefe Schlucht überleben können. Als sie gefunden wurde, hatte sie aber nicht einmal die kleinste Verletzung.
Am Abend geht die eigenwillige Esther nach Hause. Den Übergang von der realen Welt - Feierabend vorm Fernseher - in die der Fantasie erlebt sie sehr seltsam: Schlafende erwachen, haben alle denselben Traum, können ihn nicht deuten. Die Schöpfung kann nur überleben, wenn sie im Gleichgewicht bleibt.

Im neunten Kapitel haben wir die reale Welt endgültig verlassen. Für Iax, einen Protestat (?), ist die Zeit gekommen. Mit der Klinge seines Schwertes zerteilt er Granit, wobei die Funken fliegen und übergroße Hitze entsteht. Magma erscheint, verfestigt sich zu einem glühenden Klumpen, der nach und nach die Konturen eines Engels annimmt ... Doch wie entsetzlich: Der so erschaffenene Engel (namens Nathanael) hat einen verkrüppelten Arm. Das ist unverständlich, unverzeihlich und eine harte Nuss für Iax. Im Gespräch mit dem Cherubim Rafael, seinem Freund "seit Anbeginn der Zeit", geht es um alte Zeiten, um die "Heilige Ordnung", die auf hier mysteriös formulierte Weise gefährdet ist, und um offenbar bevorstehende kriegsähnliche Auseinandersetzungen, die mit Schwertern ausgefochten werden ... Man formuliert natürlich immer knapp, bedeutungsschwanger, pathetisch, wie es sich im Angesicht der Apokalypse geziemt. Klar, dass es die beiden Altvorderen vom Hocker haut, als mittendrin dem Munde des fiebrig träumenden Engelsbabys Nathanael ein in diesen Kreisen uralter Magma-Former und Engel-Erschaffer unerhörtes Wort entfleucht: "Mama!" Da wird sich doch nicht etwa ein Menschenwürmchen unter die Cherubime geschmuggelt haben?

Und damit steige ich aus dieser mir unerträglichen Welt aus. Ich sitze real vor meinem Bildschirm und schreibe: NO. Bis hierher und nicht weiter. Dies ist einfach nicht mein Lesestoff.

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