Rezension zu »Cainà – L’isola e il continente« von Gennaro Righelli

Cainà – L’isola e il continente

von Gennaro Righelli


Die junge Cainà leidet unter der Enge und Rückständigkeit ihres sardischen Heimatdorfes. Als blinde Passagierin gelangt sie aufs Festland, wo, wie sie glaubt, Freiheit und Abenteuer locken. Doch man spielt ihr übel mit. Reumütig kehrt sie in ihr Dorf zurück, hat aber ihre Ehre verloren und auch die ihrer Familie zerstört.
Film · · 66 Min.
Sprache: it · Herkunft: it · Region: Sardinien

CD

Weg von hier

Rezension vom 21.02.2018 · noch unbewertet · noch unkommentiert

Der jungen Schäferin Cainà ist ihr Dorf zu eng. Sehnsüchtig schaut sie auf die Weite des Meeres hinaus. Jenseits – auf dem »continente« – muss doch ein freies, unab­hängi­ges, glückliches Leben warten. Als ein Segel­schiff anlegt und die Mann­schaft im Dorf ausge­lassen feiert, ist sie voller Bewun­derung für die welt­offen und abenteuer­lich erschei­nenden See­leute, insbeson­dere den Kapitän. Heimlich verlässt sie ihre Eltern und ihren braven Verehrer Agosti­neddu und versteckt sich unter Deck.

Doch auf dem Festland findet sie kein Glück. Schließlich kehrt sie reu­mü­tig und ge­schun­den zurück auf ihre Insel, muss jedoch fest­stellen, dass sie dort durch ihr ehr­lo­ses Weg­ge­hen alles zerstört hat.

Obwohl die Handlung aus heutiger Sicht vorher­sehbar und mo­ra­li­sie­rend ist, rührt die theatra­lische Gestik und Mimik, das expressive Augen­rollen, und auch die Trach­ten und Woh­nun­gen sind absolut sehens­wert. Der Film war inso­fern richtungs­weisend, als er als erster ein unge­schön­tes Bild der sardi­schen Realität mit ihren urtüm­lichen Gemein­schaften, strengen Ehrbe­griffen, aber auch beein­drucken­den Land­schaf­ten in die Kinos brachte.

Der Stummfilm galt als verschollen, bis 1992 in Prag eine letzte Kopie auf­tauchte, mit der dieser erste in Sardinien gedrehte Film 2001 restauriert werden konnte. Mauro Palmas schrieb eine groß­ar­ti­ge Musik dazu, die sardische Mo­ti­ve und Instru­mente teils jazzig, teils mit einem elek­tri­sie­ren­den Rhythmus prä­sen­tiert. Das Sound­track-Album – auch ohne bewegte Bilder ein Genuss – finden Sie hierMauro Palmas: »Cainà« bei Amazon (auch zum Rein­hören).


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