Leseeindruck zu »Mütter mit Messern sind gefährlich« von Do van Ranst

Mütter mit Messern sind gefährlich

von


Jugendbuch · Carlsen · · Taschenbuch · 160 S. · ISBN 9783551580535
Sprache: de · Herkunft: be

Jef, ein mutiger Junge

Leseeindruck vom 27.06.2010 · 2 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Der Buchtitel "Mütter mit Messern sind gefährlich" weckt zumindest beim erwachsenen Leser die Erwartung, man werde einen Krimi lesen, in dem Mütter ihre Verwandten oder auch Fremde meuchelmörderisch abmurksen.

Aber in der Leseprobe erleben wir Jefs und Ienes Mutter als das genaue Gegenteil – sie ist eine liebevolle Frau, die die Küchenarbeit genießt und mit einem außergewöhnlichen Hobby verbindet: Sie verwendet ganz spezielle Messer für Gemüse, Fleisch usw. Regelmäßig besucht sie den "Club für deutsche Messer", wo sie die neuesten Entwicklungen auf dem Markt kennenlernt. Leider kann sie am alljährlich stattfindenden Ausflug nach Solingen nicht teilnehmen, denn ihre fünfzehnjährige Tochter Iene ist schwerstbehindert.

Ihr Sohn Jef, gerade mal zwölf, unterstützt die Mutter, indem er Verantwortung für seine ältere Schwester übernimmt und sich rührend um sie kümmert. Oft schiebt er sie in ihrem Rollstuhl, in dem sie festgegurtet sitzt, zum Glasflaschenfeld. Das ist ihr geheimer Ort, an dem Glasflaschen mit ganzen Birnen im Innern von den Bäumen wachsen. Vor allen Dingen aber sucht Jef Wege, um in die dunkle Welt seiner Schwester einzudringen. Während sie nur gurrende Laute von sich gibt und der Speichel aus ihrem Mund tropft, pfeift er ein Lied und plaudert über ihren Papa. Er ist fest davon überzeugt, dass sie manches wahrnimmt.

Viele Fragen, die in der Leseprobe nur angetippt werden, können zu Handlungsthemen werden. Da ist etwas mit Iene geschehen, als sie drei Jahre alt war. Wer ist ihr Vater, und wo befindet er sich? Wer sind Harry, der die Wohnung leer klauen würde, ließe man ihn dort allein, und Süleyman, der Jef am Morgen mit "Hallo Blasenentzündung" begrüßt?

Die Ernsthaftigkeit des Themas "Pflege eines schwerstbehinderten Familienmitglieds" wird gebrochen durch das absonderliche Messer-Hobby der Mutter. Humor und Witz helfen im Roman (wie vielleicht auch im realen Leben) , solch eine Lebenssituation zu ertragen.

Eine beeindruckende, anspruchsvolle Leseprobe, und sicher keine leichte Kost für Jugendliche. Ein Buch, das Mut macht, Jugendlichen unbekannte Einblicke gibt, Vorurteile abbaut, die Integration Behinderter fördert.


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