Leseeindruck zu »Die Vergolderin« von Helga Glaesener

Die Vergolderin

von


Historischer Roman · List · · Gebunden · 448 S. · ISBN 9783471300077
Sprache: de · Herkunft: de

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Leseeindruck vom 21.02.2011 · 1 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Im Dezember 1602 befindet sich die Familie Weißvogel auf der Flucht. Sie waren in Osnabrück geachtete Bürger, verdienten ihr Geld in ihrer eigenen Goldschmiede. Doch Ehemann August führte seine Geldgier in Versuchung. Er fälschte, und alsbald flog der Betrug auf. Er wurde verhaftet, und nachdem man ihn ausgepeitscht hatte, wurde der Familie das Stadtrecht entzogen.

Jetzt irren sie seit 73 Tagen in den Wäldern herum, halten sich versteckt in feindseligem Land. Die letzte Nacht sind sie heimlich in einen Ziegenstall gekrochen. Mutter Maria ist schwerkrank, und nun ist August, der Feigling, der eher darbt und leidet, statt ums Überleben zu kämpfen, auch noch abgehauen. Maria macht sich auf die Suche, und sie findet August tatsächlich, in der Scheune: Dort hat er sich erhängt. Elisabeth, die älteste und liebste Tochter, war der Mutter gefolgt, und auch ihr bleibt der grausige Anblick nicht erspart.

Maria, die um ihr Ende weiß, muss handeln. Elisabeth verspricht der Mutter, auf die kleineren Geschwister zu achten und Verantwortung für sie zu übernehmen. Sie sollen nach Braunschweig zu Großvater Franz gehen, dem einzig verbliebenen Verwandten.

Gern nimmt der alte, schlecht gelaunte Mann die Enkel nicht auf. Aber da er mit seinen zitternden Händen nicht mehr hantieren kann, ist er auf ihre Hilfe angewiesen. So arbeitet Elisabeth in seiner Goldschmiede. Wissen darf davon niemand, denn Frauen hatten weder das Recht, sich als Handwerker zu betätigen, noch wurde ihnen das Talent dafür zugestanden.

Elisabeth, die begabte Vergolderin, ist eine starke, eiskalte Persönlichkeit, der man sogar Hochmut nachsagt. Wird es ihr gelingen, ihre Schwester zu verheiraten, dem Bruder zu einer Lehrstelle zu verhelfen? Wie wird sich ihr eigenes Leben gestalten?

Männer werden gewiss eine Rolle spielen: Da ist Berthold Stammer, ihr Geliebter, der ihr heimlich gegen vergoldete Bilderrahmen einen Schatz zusteckt. Und im Wald bringt sie ein fein gekleideter Blinder, die linke Gesichtshälfte voller Narben, in eine Höhle, wo sie vor diebischem Gesindel sicher ist.

Doch am schwersten lastet die Vergangenheit auf der Familie. Niemand darf erfahren, dass sie die Kinder eines Fälschers sind – das wäre ihr Ende, und erneut würde man sie der Stadt verweisen ...

Ein flüssig zu lesender, spannender historischer Roman, wenig klischeebehaftet. Wie so oft steht freilich eine Frau im Mittelpunkt der Handlung, die gegen alle Widrigkeiten kämpft und emanzipiert ihren Platz in der Gesellschaft erobern wird.

Für alle Liebhaber historischer Romane ein absolut empfehlenswerter Lesestoff.


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