Leseeindruck zu »Die Hure des Kaisers« von Kate Quinn

Die Hure des Kaisers

von


Historischer Roman · Ullstein · · Taschenbuch · 480 S. · ISBN 9783548281704
Sprache: de · Herkunft: us

Kolosseum - reichlich Marmor fr eine Leichenhalle

Leseeindruck vom 18.05.2010 · 1 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Rom, September 81 n. Chr.

Lepida erhlt anlsslich ihres 14. Geburtstags eine Sklavin namens Thea geschenkt. An diesem Morgen muss Thea sich in die Arme ritzen, und sie geniet das betubende Gefhl, wenn das Blut aus ihrer Vene luft. Zum ersten Mal besucht sie mit ihrer neuen Herrin und deren Vater Quintus die Gladiatorenkmpfe im Kolosseum, und sie frchtet sich vor dem grausamen Spektakel.

Lepida ist eine eingebildete, dumme Zicke. Mit ihrer Schnheit blendet sie ihre Umwelt. Die Spiele sind eine willkommene Gelegenheit, um gesehen zu werden. Wird ein Senator ein Auge auf sie werfen? Eine Heirat wrde ihr die Tr zu den hchsten Kreisen der rmischen Gesellschaft ffnen.

Der Kaiser betritt seine Loge. Mit einem Handzeichen erffnet er die Spiele. Die gelangweilt dreinblickenden Rmer schauen sich die blutigen Tierkmpfe an. Aus ihrer Lethargie werden sie erst herausgerissen, als der Sklave Arius die Arena betritt. Mit dem Schwert, das ihm gerade von seinem Wchter gereicht wird, hackt er diesem zunchst die Hand ab, und mit zwei weiteren Hieben schickt er ihn als zuckenden Haufen Fleisch zu Boden. Die Zuschauermenge johlt, und angeheizt durch diese auergewhnliche Tat, heben sie alle ihre Hand. Arius sehnte sich nach Verdammnis, doch nun muss er weiterleben ...

Ich bin kein ausgesprochener Fan historischer Romane. Diese Leseprobe ist - bei aller Grausamkeit - lehrreich und dadurch interessant, aber auch unterhaltsam und sogar amsant. Wie einst die Spiele im rmischen Kolosseum abliefen, wei wohl jeder; in dieser Hinsicht bringt die Autorin nichts Neues. Aber die Atmosphre in der Gladiatorenschule mit den Gesprchen zwischen den erschpften Kmpfern ist irrwitzig in Szene gesetzt. Was fr eine pervertierte Kameradschaft erleben wir da, wo doch beim nchsten Kampf nur einer von zweien berleben kann! "Diesem Afrikaner hast du es ja wirklich gegeben. Ich hatte einen dieser mickrigen Kleinasiaten. Kein Problem."

Neben den Gladiatoren-Protagonisten haben mich Thea und ihre Herrin besonders interessiert. Voller Arroganz lsst Lepida ihre Sklavin spren, dass sie ein Nichts ist, dreimal weniger Wert als ihr Schmuck. Nicht schlecht gefallen wrde ihr, sie htte noch zwei nubische Sklaven, die ihr nach dem Einkauf ihre Pckchen nach Hause tragen ...

Thea hat ihren eigenen Stolz. Sie ist gebildeter als ihre Herrin, beherrscht neben Vulgrlatein auch Griechisch und Hebrisch. Welch seelischer Schmerz mag sie wohl belasten, dass sie das "Ritzen" braucht wie ein Schtiger seine Drogen?

Ein Zusammenhang zwischen der Leseprobe und dem Romantitel "Die Hure des Kaiser" ist mir in den 30 Textseiten nicht klar geworden; so wie Lepida hier skizziert wird, htte sie allerdings das Zeug, bei Hofe eine entsprechende Karriere hinzulegen ...

Fans historischer Romane werden Gefallen an diesem sprachlich und inhaltlich gut gestalteten Roman finden.


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