Leseeindruck zu »Eins wollt ich dir noch sagen« von Louisa Young

Eins wollt ich dir noch sagen

von


Belletristik · List · · Gebunden · 432 S. · ISBN 9783471350478
Sprache: de · Herkunft: gb

Glück und Unglück

Leseeindruck vom 12.09.2011 · 1 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Zu Weihnachten 1907 bricht der kleine Riley Purefoy auf dem Eis des Sees im Kensington Garden ein. Nadine Waveneys und Vetter Noel, beides Kinder aus der Oberschicht, hatten ihn beim Schneeballspiel getroffen und aus dem Gleichgewicht gebracht. Sie nehmen den Arbeiterklasse-Jungen mit zu sich nach Hause, reichen ihm trockene Kleidung und einen heißen Kakao. Ein Blick auf die elegante Mutter, auf Bücherwände, die Gemälde und das Klavier genügt Riley, um zu wissen: So lebt die bessere Gesellschaft.

Am nächsten Tag bringt Rigley die ausgeliehenen Kleidungsstücke zurück, dazu als Dankeschön einen Kuchen, den seine Mutter gebacken hat.

Sir Alfred, ein bekannter Maler und Freund des Hauses Waveneys, ist fasziniert von der Ausstrahlung und dem ebenmäßigen Antlitz des Jungen, und er möchte es malen. Rigley ist einverstanden. In der noblen Villa des Künstlers mit Hausdame und Dänischer Dogge fühlt er sich wohl, als er dort Modell sitzt, und um ein wenig Geld zu verdienen, bietet er an, er könne auch kleine Tätigkeiten übernehmen, wie den Hund auszuführen, Malbedarf zu kaufen oder aufzuräumen.

Bald hat er sich unentbehrlich gemacht, und Alfred schlägt vor, dass Rigley bei ihm einziehen könne. Die Eltern geben ihr Einverständnis, und der ehrgeizige Rigley nimmt seine Zukunft in die Hand. Ihm unbekannte Wörter schlägt er in der Encyclopedia Britannica nach, er lauscht den interessanten Geschichten Sir Alfreds, genießt den intellektuellen Künstlerkreis und schätzt sich überglücklich, als er zu einem Rachmaninow-Klavierkonzert in der Queens Hall eingeladen wird.

Der kleine Rigley nutzt die einmalige Chance, die ihm das Leben geboten hat: Er wird sich in jeder Beziehung nach oben arbeiten. Aber in der englischen Klassengesellschaft wird er die Zeichen seiner Herkunft aus der Unterschicht nie abstreifen können. Aus dem Klappentext erfahren wir, dass sich zwischen Nadine und Rigley eine Liebesbeziehung entwickelt – ein Glück, das nur im Unglück enden kann, denn für eine Waveneys ist es natürlich ausgeschlossen, unter ihrem Stand zu heiraten. Eine Möglichkeit, dem Dilemma zu entfliehen – und Karriere zu machen -, bietet das Militär. Angesichts der brisanten Lage vor dem Ausbruch des Weltkrieges sind engagierte junge Männer gesucht ...

Der Prolog versetzt den Leser in den Wahnsinn, der die Menschen Europas im Blut ertrinken lässt. Bombenexplosionen auf den Schlachtfelden, Elend an allen Orten, ob bei den Alliierten, den Deutschen oder einzelnen Menschen irgendwo an einem beliebigen Ort.

Ein mitreißender Liebesroman aus einer Zeit enger gesellschaftlicher Konventionen und eines sinnlosen Krieges.


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