Leseeindruck zu »Gottes leere Hand« von Marianne Efinger

Gottes leere Hand

von


Belletristik · Bookspot · · Gebunden · 378 S. · ISBN 9783937357409
Sprache: de · Herkunft: de

Wir leben noch - dank unserer Hightech-Medizin

Leseeindruck vom 07.06.2010 · noch unbewertet mit 1 Kommentaren

Osteogenesis imperfecta ist die medizinische Bezeichnung der "Glasknochen-Erkrankung", an der Manuel Jger leidet. Eines Morgens erfasst ihn akute Atemnot. Er verfllt in Panik, denn er frchtet, dass er sterben muss. Doch in letzter Sekunde findet ihn sein Nachbar und Freund Lothar und alarmiert den Notarzt. "Sie haben Glck gehabt! Zehn Minuten spter wre nichts mehr zu machen gewesen," sagt dieser und lsst ihn ins Marienhospital bringen.
Dort hat die Nachtschicht unter Leitung des diensthabenden Arztes Dr. Fenning bereits einen Notfall versorgt. Dr. Fenning ist gereizt und fragt nach den Aktenunterlagen. Leider hat die Nachtschwester noch keine Zeit dafr gehabt und muss sich jetzt obendrein die Kommentare des Chefs anhren: "War Ihnen Ihre Kaffeepause wieder einmal wichtiger?"

Dies ist offensichtlich ein Medizinroman, der die Dinge kritisch zuspitzt, wenn nicht berspitzt. In diesem Krankenhaus geht alles schief, und in des armen Manuels Leben kann (laut Klappentext) nur ein anderer Leidender, ein Demenzkranker, Licht bringen.

Das Thema Gesundheitssystem - seine Kosten, seine Personalsituation, seine Organisation - beherrscht unseren Medienalltag. Natrlich wnscht und fordert jeder, dass Missstnde, wo immer welche aufgedeckt werden, schleunigst behoben werden. Aber immerhin: Verglichen mit unseren Nachbarlndern (von anderen Weltgegenden ganz zu schweigen) leiden wir auf hchstem medizinischen Niveau.

Vor diesem Hintergrund hat die Autorin ihren Roman geschrieben. Sie schpft aus ihren eigenen Erfahrungen als Krankenschwester. Doch welche Intention verfolgt sie? Will sie unterhalten? Mitgefhl mit Individuen hervorrufen? dabei zum Nachdenken anregen? auch anprangern? oder ernsthaft und sachlich kritisieren? Will sie womglich Angst schren?
So richtig einordnen konnte ich die Leseprobe nicht, weswegen sie mich auch nicht ganz berzeugen konnte.


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Kommentare

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Zu »Gottes leere Hand« von Marianne Efinger wurden 1 Kommentare verfasst:

Verena schrieb am 12.07.2010:

Manuel ist ein Glasknochenmann und ist zum x-ten Mal dort, wo er eigentlich nie mehr sein wollte: im Krankenhaus. Hier bekommt er eine Erkltung, die fr ihn jedoch tdlich enden kann. Er sprt, dass sein Tag gekommen ist und mchte sich noch rechtzeitig von seinem besten Freund verabschieden

Im selben Krankenhaus arbeitet die Krankenschwester Dagmar, die zurzeit in einer Krise ist, weil sie nicht wei, ob dieser Job berhaupt das ist, was sie wirklich will.
Auch im selben Krankenhaus liegt als Patient der alte Mann Wendelin Weihrauch, den alle fr verrckt erklren, und der Manuel anbietet ihn zu holen, wenn er dazu bereit ist

Marianne Efinger zeigt hier den Tod in einem ganz anderen Licht und zwar nicht lnger als Feind des Menschen sondern vielmehr als Erlsung oder als Heimkehr dorthin, wo man herkommt. Das Buch lsst einen auch erkennen, dass sterben nicht nur grausam sein muss, sondern auch schn sein kann. Auch zeigt die Geschichte sehr gut, dass die wichtigste Aufgabe der rzte nicht unbedingt die ist, einen Menschen mglichst lange am Leben zu halten, sondern oft eher die sein sollte, ihn in Ruhe und Frieden mglichst wrdevoll sterben zu lassen ohne dass er vor seinem Tod zu viele Schmerzen ertragen muss.
Der Roman ist zwar nicht lustig und auch nicht sonderlich romantisch, zeigt aber, was die wichtigen Dinge im Leben sind beziehungsweise sein sollten, nmlich dass es nicht am wichtigsten ist, ein mglichst langes Leben zu leben, sondern ein mglichst glckliches, Menschen um sich zu haben, die einem viel bedeuten und zumindest einen Teil seiner Trume verwirklichen zu knnen.

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