Leseeindruck zu »Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand« von Natasha Solomons

Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand

von


Belletristik · Kindler · · Gebunden · 384 S. · ISBN 9783463405780
Sprache: de · Herkunft: gb

That's life

Leseeindruck vom 08.09.2010 · 5 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Das jüdische Ehepaar Sarah und Jack ist von London aufs Land gezogen. Sie haben ein verfallenes Cottage erworben, und Jack hat die Vision von einem 18-Loch-Golfplatz. Zunächst aber müssen alle Maulwurfshügel entfernt werden. Mit einer Art Flaschenzug geht er dem Übel an die Schaufeln – sowas hat man hier noch nicht gesehen. Die benachbarten Eingeborenen picknicken und verfolgen genüsslich das Geschehen.

Auch im Haus fallen Reparaturarbeiten an. Sarah ist mehr für das Design zuständig (z.B. die Auswahl der Tapeten) , während Jack das Grobe übernimmt. Nach einem heftigen Schlag gegen den Kamin fallen ihnen nebst verkohlten Steinen eine mumifizierte Katze und ein Dictionary von 1775 entgegen.

Jacks Enthusiasmus treibt ihn täglich voran. Nun soll das erste Green fertig gestellt werden. Im Mondschein trimmt er mit einer Schere das letzte kleine Grashälmchen, und mittels eines Messingkompasses legt er die exakte Position des Lochs fest. Eine offene Konservendose, ins Erdreich gesteckt, liefert das Idealmaß für die Fahnenstange.

Sarah und Jack lernten sich um 1925 in Berlin kennen. Ausgerechnet während eines katholischen Weihnachtsgottesdienstes verspürten sie ein zartes Liebesband füreinander.

Im Laufe der zwanzig Ehejahre hat sich ihre Beziehung verändert. Sarah hat sich emotional distanziert, sie liebt und lebt in der Natur. In ihrem verwilderten Garten voller Blüten und Düften tankt sie auf. Jack liebt sie immer noch innigst, aber er vermag es nicht rüberzubringen. Er schweigt, um Streit zu vermeiden; dies lastet sie ihm als oberflächliches Nebeneinander an. Wie diese beiden Menschen miteinander umgehen und zueinander stehen, das beschreibt Natasha Solomons auf wunderschöne, liebevolle, feinfühlige Weise.

Das Highlight der Leseprobe ist Jacks großer Tag. Sein erstes Green ist fertig. Zwar hat er nur theoretische Kenntnisse vom Golf-Sport, doch freut er sich auf seinen ersten Schlag in edlem Golf-Outfit. Geschickt baut die Autorin die Spannung auf. Jack betritt die Abschlagstelle an diesem sonnigen Morgen – und dann ... das kann doch nicht sein! Barbarische Zerstörungswut hat seine monatelange Arbeit in wenigen Stunden zunichte gemacht ... Wir durchleben dank meisterlicher Schilderung all die Emotionen, die Jack anschließend durchleben muss: Verzweiflung, Wut und Hass treiben ihn ins Pub, doch dort gibt er, als echter Gentleman, eine Lokalrunde. Alle haben schon gesehen, was ihm widerfahren ist, und sprechen ihr Beileid aus. Sie erzählen ihm die Legende vom destruktiven Dorset-Wollschwein ...

Wer diese Legende nicht kennt, sollte den Roman unbedingt lesen. Ich gehöre bestimmt dazu!


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