Leseeindruck zu »Filmreif« von Hanna Marjut Marttila

Filmreif

von


Jugendbuch · Carlsen · · Taschenbuch · 272 S. · ISBN 9783551358950
Sprache: de · Herkunft: fi

Wir geben nicht auf!

Leseeindruck vom 13.06.2010 · 1 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Obwohl erst 16 Jahre alt, ist Tarina schon zum zweiten Mal ungewollt schwanger. Wie das passieren konnte, ist ihrem Bruder (dem Ich-Erzhler) ein Rtsel. Gut, sie vergisst fter die Pille, aber er hat dafr gesorgt, dass sie stndig Kondome mit sich fhrt - im Portemonnaie, im Schulrucksack, im Tschchen mit den Stiften, im Brillenetui und im Schminkbeutel.
Tarinas Familie gehrt zu den schlechter aufgestellten in der Gesellschaft. Die Eltern sind Alkoholiker. Die sympathische, liebenswrdige, warmherzige Sozialarbeiterin Liisa steht ihnen zur Seite. Sie bewertet alles nach ihren Statistiken, und in dieser Familie liegen ziemlich viele Risikofaktoren vor. Tarinas Chancen auf etwas Erfolg im Leben standen noch nie gut, aber jetzt - als ungewollt schwangere Minderjhrige - droht das endgltige soziale Aus. Dennoch will Tarina ihr Kind behalten, und Liisa macht ihr mit ihrem Leitspruch Mut: "Wir geben nicht auf!" Jenseits von Liisas hoffnungslosen Statistiken pflegt der Ich-Erzhler sein kleines Glck: Er liebt Kameras und Filme.
Der Vater des Babys ist Kolja, ein Russe, und Tarinas Bruder hlt ihn fr den schlechtesten Kandidaten.
Der zeitgeme Roman (aus Finnland) wird der angesprochenen jugendlichen Lesergruppe sehr gefallen. Deren Jargon und aktuelles Lebensgefhl hat die Autorin gut getroffen: Kolja ist "ein saudummer Kackrusse, den man im Klo runtersplen sollte". Und wenn Tarina nicht gerade schweigt, dann flennt sie und wird zum "Mascara-Typ". Fesselnd ist der Plot um Tarinas Schwangerschaft. Was kommt auf sie zu? Auf ihren Bruder kann sie sich verlassen, aber von ihrem "Alki"-Vater ist keine praktische Hilfe zu erwarten. Wird Kolja bei ihr bleiben, oder wird er den lstigen Konsequenzen ausweichen, indem er mit Tarina Schluss macht?
Interessante Charaktere berzeugen; ihre Probleme entstehen direkt aus dem Tagesgeschehen. Die Erzhlweise aus der Perspektive des Bruders ("kleiner Affe" nennt er seine Schwester) schafft die balancierte Distanz, aus der heraus wir Tarina kritisch und mitfhlend zugleich beobachten knnen. Und am Ende des Romans werden wir hoffentlich sagen knnen: "Super, Tarina. Du hast es geschafft!"


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