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Leseeindruck zu »Was bisher geschah« von Loel Zwecker

Was bisher geschah

von


Belletristik · Pantheon · · Taschenbuch · 384 S. · ISBN 9783570551271
Sprache: de · Herkunft: de

Anregender Geschichtsunterricht

Leseeindruck vom 19.08.2010 · 9 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Loel Zweckers Motivation, einen Roman der "kleinen Weltgeschichte" zu schreiben, entstand nach einer Umfrage bei Freunden und Bekannten: Wann haben sie sich zum ersten Mal als Teil der Geschichte empfunden? Die meisten Antworten wren mir auch eingefallen: Mauerbau und Mauerfall, die Geschichte der RAF usw. Mich selber hat die Kubakrise im Jahr 1961 lange Zeit beschftigt. Als kleines Schulmdchen lag ich gerade im Krankenhaus und sprte tglich die Angst des Personals. Erst spter verstand ich, wie brisant und komplex die weltpolitische Situation gewesen war.

Eben solche Zusammenhnge mchte Loel Zwecker auf einfache und unterhaltsame Weise erzhlen, ohne zu trivialisieren. Das Buch ist in fnfzehn Kapitel eingeteilt, in denen der Autor Fakten und Ereignisse aus fnf Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte wiedergibt. Der Sprachstil ist journalistisch-feuilletonistisch. Aufgelockert wird das Ganze, indem er einzelne Persnlichkeiten aus Kultur, Politik, aber auch einfache Leute selbst zu Wort kommen und ihre eigene zeitgenssische Sichtweise wiedergeben lsst.

Die Erdgeschichte und die Evolution durchrast Zwecker in Lichtgeschwindigkeit, bevor er mit Kapitel eins seinen Roman beginnt: "Vom Alphamann zum Alphabet. gypten, Mesopotamien und Palstina - die frhen Hochkulturen im Nahen Osten: Schrift ist Macht". Dann folgt ein kurzer Abriss ber die gesellschaftlichen Auswirkungen des Buchdrucks, auch auf die Knigshuser im ausgehenden Mittelalter; z.B. waren nicht alle hohen Herren des Lesens mchtig, also wurde ihnen vorgelesen.

Im Mittelpunkt von Zweckers Darstellungen steht auf den vorliegenden Seiten immer wieder die Bedeutung des Lesens. "Bildungsexperten schlagen Alarm", schreibt er: Die Unlust am Lesen nimmt erschreckend zu. Die Nutzung der Medien wird zum berwiegenden Zeitvertreib. Der Mensch ist aber auch kein "Lesewesen": Die Sitzhaltung schadet seiner Gesundheit, Haltungsschden, Verdauungsprobleme, Belastung der Augen knnen Verdruss machen.
Aber Lesen ist Macht, mit der man eine gesellschaftlich hohe Position einnehmen kann. Dies galt schon in gypten, dem ersten Beamtenstaat. Nach der kulturellen Blte wird das Land von einer Vlkerwanderung aus dem Balkan und der gis berschwemmt; ab dem 1. Jahrtausend v. Chr bernehmen Fremdherrscher aus Libyen und Persien die Regierung, und mit Alexander dem Groen und den Rmern beginnt der schleichende Untergang des einzigartigen gyptischen Reichs.

Auf kurzweilige Weise knnen wir lesen, was wir noch nicht wussten, was wir fast vergessen hatten, worber wir genauestens Bescheid zu wissen glaubten. Auch Experten werden Spa an diesem Buch haben. Die essayistische Aufbereitung der Geschichte, die interessanten Gedankengnge, Querverbindungen und Verknpfungen lassen die Stoffmenge (384 Seiten mit Abbildungen) durchaus locker und leicht bewltigen. Als "Bonus-Track" gibt es z.B. eine bersicht ber Hieroglyphen mit Umschrift und sogar ihrer vermuteten Aussprache (!).

Vielleicht genieen Sie das Buch in Liegeposition. Etwas Muskelkater in den Armen ist doch zu ertragen ...


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