Rezension zu »In der Falle« von Marko Leino

In der Falle

von


Kriminalroman · Zsolnay · · Gebunden · 445 S. · ISBN 9783552055636
Sprache: de · Herkunft: fi

Wer frisst hier wen?

Rezension vom 25.05.2012 · 1 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Das Böse lauert immer und überall. Gibt es hier überhaupt irgend jemanden, der nicht kriminell ist, der keinen Dreck am Stecken hat? In Marko Leinos finnischem Thriller "In der Falle", übersetzt von Anu Pyykönen-Stohner, gibt es eine ganze Menge Bösewichte jeder Sorte:

Da ist der kleine Gefängniswärter, der dem ganz großen Fisch Sundström – derzeit inhaftiert – gegen Geld stets zu Diensten ist. Dann ist da Vesa, der endlich aussteigen will, aber durch die eigenmächtigen Machenschaften seines Vaters ganz tief in der Falle sitzt. Nicht nur, dass er ihn eigenhändig hinrichten und einbetonieren muss, nein, erst wenn er die Schulden des Vaters abbezahlt hat, kann er hoffen, endlich frei zu sein (wie immer das dann aussehen mag).

Und in St. Petersburg lebt der gebürtige Armenier Aram Demirchyan, Oligarch und Big Boss der russischen Mafia, und will die Märkte für Heroinschmuggel neu ordnen. Die Polizei ist zwar durch Undercoveragenten informiert, aber trotzdem immer einen Schritt hinter Demirchyan zurück. Denn der hat seinen Coup geschickt eingefädelt: Drei LKWs sollen an der russisch-finnischen Grenze den Zoll unkontrolliert passieren können.

So wie beim Zoll Beamte geschmiert sind, gibt es natürlich auch korrupte Polizisten. Zum Beispiel hat sich Luhta Viitasalo, einer der Drogenfahnder, vor Jahren ganz dumm einwickeln lassen und viel Geld angenommen. Damals steckte er in großen Sorgen, weil seine depressive Frau im Kaufrausch das Geld nur so zum Fenster hinauswarf. Nun kommt er nicht mehr los von Sundström, der aus seiner Zelle heraus seine Leute dirigiert. Doch steckt Viitasalos Chef nicht noch tiefer in der Falle? Den würde er gern hochgehen lassen. Doch irgendwie sind alle miteinander verstrickt. Manch einer glaubt, er ziehe die Strippen – schon findet er sich hinterrücks gelinkt. Nur wer übrig bleibt, wird das große Geld machen. Wie lautet doch so schön Demirchyans Devise? "Die einen essen, um zu leben, aber die Armenier leben, um zu essen."

Wir finden jede Menge vertraute Klischees: Der Skandinavier säuft; er hat eine genetisch verwurzelte Neigung zu Niedergeschlagenheit und selbstzerstörerischem Verhalten; die Mafia beherrscht das Drogengeschäft mit grausamsten Methoden; die allgegenwärtige Korruption macht den Kampf gegen die Kriminalität zur Farce ...

Die Vielzahl der Figuren macht es bisweilen schwer, den Überblick zu behalten, und die finnischen Namen sind ja auch nicht gerade einfach zu merken.

Aber alles in allem entwickelt Marko Leino den verwinkelten Plot seines düsteren Thrillers einschließlich der handelnden Charaktere in ihrem Umfeld reizvoll, facettenreich und nuanciert – und spickt das Ganze immer wieder mit schwarzem Humor.


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