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Nussschale

Sprache: de · Herkunft: gb

Bewertung: 5 Sterne
Der (sehr) kleine Hamlet

Rezension vom 28.03.2017
Erst hat meine Mutter meinen Vater betrogen – ausge­rechnet mit seinem Bruder. Und jetzt hecken die beiden auch noch einen Plan aus, um Papa umzu­bringen … Das sind schmerzliche Einsichten und düstere Aussichten für ein Kind, vor allem für eines wie das Ich-Er­zähler­chen in Ian McEwans neues­tem Roman »Nutshe...

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Cox oder Der Lauf der Zeit

Sprache: de · Herkunft: de

Bewertung: 5 Sterne
Herrscher über die Zeit

Rezension vom 11.03.2017
James Cox war nie in China. Die Manufakturen des umtriebigen Londoner Uhrmachers (1723-1800) pro­du­zierten mecha­nische Meister­werke wie bewegte Vögel und repräsen­tativ verzierte Zeit­messer, die beim europä­ischen Adel gut ankamen. Ganze Schiffs­ladungen seiner Kreationen reisten aber auch an den kaiser­liche...

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Der Geruch des Paradieses

Sprache: de · Herkunft: tr

Bewertung: 5 Sterne
Wohin geht die Reise?

Rezension vom 28.02.2017
Mensur und Selma Nalbantoğlu gehören zur Mittel­schicht der türki­schen Gesell­schaft. Viele Jahre nach der Geburt ihrer beiden Söhne Unmut und Hakan bekommen sie in den Acht­ziger­jahren uner­wartet noch einmal Nachwuchs. Nazperi (kurz: Peri) nennen sie das Mädchen. Das Kind wächst in einem Viertel der asiati­schen...

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Maria di Ísili

Sprache: it · Herkunft: it

Bewertung: 5 Sterne
Ohne Kompromisse

Rezension vom 08.02.2017
Dies ist ein kraftvoller, stimmig und dicht konstruierter, sprachlich faszinie­render und sehr sardischer Roman, den der Bank­angestellte Cristian Mannu (geboren 1977 in Cagliari) als Erstling verfasst hat. Er wurde dafür mit dem Premio Italo Calvino 2015 geehrt, einem Preis für noch unver­öffent­lichte litera­rische Debüts. Im ...

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Suchbild mit Katze

Sprache: de · Herkunft: at

Bewertung: 5 Sterne
Überblicke, Rückblicke, Einblicke

Rezension vom 14.12.2016
Seit er sich erinnern kann, pflegt Peter Henisch eine schöne Vorliebe. Er macht es sich am Fenster bequem und schaut hinaus auf die Welt, lässt den Blick schweifen, verweilt hier und da, folgt Hinweisen und Per­sonen, studiert gleichzeitig – quasi auf einer ob­serva­tori­schen Meta­ebene – die Wechsel­wirkung zwi...

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Augustus

Sprache: de · Herkunft: gb

Bewertung: 5 Sterne
Nur ein Mensch

Rezension vom 07.12.2016
»Schick den Jungen nach Apollonia«, schreibt Gaius Julius Caesar im Jahr 45 v. Chr. an seine Nichte Atia. Der »Junge«, das ist ihr Sohn, der bald acht­zehn­jäh­rige Gaius Octa­vius, der soeben von einem Spanien-Feldzug an der Seite des mächtigen Groß­onkels zu ihr zurück­gekehrt ist. Schon bei s...

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Das Leben hält sich nicht ans Alphabet

Sprache: de · Herkunft: it

Bewertung: 5 Sterne
Das Große im Kleinen, das Kleine im Großen

Rezension vom 17.11.2016
Es gibt sie also noch (oder wieder?), die kraftvolle short short story. Mit der Wucht einer Pfeilspitze trifft sie genau den Moment im Leben, der mehr ist, als er scheint. Auf ein, zwei Seiten bekommt der Alltag auf einmal feine Risse, unter vertrauter Ober­fläche klingt es hohl, Schup­pen fallen von den Augen, eine Wahr­heit findet Ane...

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Drachenreiter - Die Feder eines Greifs

Sprache: de · Herkunft: de

Bewertung: 5 Sterne
Beschützer aller Arten

Rezension vom 12.11.2016
Mímameiðr ist das seltenste und seltsamste Biotop der Welt. An diesem ab­gelege­nen Ort in Norwegen leben Menschen und viele wunder­same Kreaturen in trauter Gemein­schaft. Barnabas Wiesen­grund und seine Frau Vita haben hier für sich, ihren vierzehn­jährigen Adoptiv­sohn Ben und seine Schwester Guinever ein Z...

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Ein Monat auf dem Land

Sprache: de · Herkunft: gb

Bewertung: 5 Sterne
Alles wird gut

Rezension vom 25.09.2016
Wer an diesem Sommertag 1920 aus dem Zugabteil oder aus dem Stations­vorsteher­haus von Oxgodby, Yorkshire, zuschaut, wie Tom Birkin seine Sieben­sachen aus dem Waggon auf den Bahnsteig hievt, wird es sich gleich denken: Einer dieser verhärmten, mittel­losen und trauma­tisierten Kriegs­heim­kehrer. Der Mantel zu gro&szli...

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Am Rand

Sprache: de · Herkunft: at

Bewertung: 5 Sterne
Was macht ein Nicht-Held auf dem Gipfel?

Rezension vom 08.09.2016
Der Tod ist Gerold Ebners treuester Begleiter. Sein kurzer Lebensweg – nur zwei­und­vierzig Jahre lang – ist arm an Segnungen und Freunden, aber an Leichen fehlt es nicht. Am Anfang steht (richtiger: sitzt) ein verein­samter alter Nachbar, der erst nach einem Jahr unbe­merkten Mumi­fizierens bei laufen­dem Fernse...