Leseeindruck zu »Herbstvergessene« von Anja Jonuleit

Herbstvergessene

von


Belletristik · dtv · · Taschenbuch · 432 S. · ISBN 9783423247887
Sprache: de · Herkunft: de

Geheimnisse der Vergangenheit

Leseeindruck vom 06.08.2010 · noch unbewertet · noch unkommentiert

Der Leseprobe vorangestellt ist das Gedicht "Am Strande" von Marie Luise Kaschnitz - drei sanft melancholische Strophen ber die Vergnglichkeit der Liebe: Kleine Wellen lschen alle Spuren, die der Geliebte im Sand hinterlassen hat.

Lilli Sternberg arbeitet als Dolmetscherin bei den Vereinten Nationen. Ihre eigenen Leistungsansprche liegen auf hchstem Niveau. Diese Messlatte legt sie auch bei ihrer intelligenten Tochter Maja an. Die aber widersetzt sich der Mutter und geht ihren eigenen Weg. Es kommt zum Zerwrfnis. Zehn Jahre haben sie keinen Kontakt mehr miteinander.
So ein Schweigen zwischen Mutter und Tochter muss die Hlle sein. Nur starke Charaktere knnen solch einen Zustand aushalten.

Eines Tages erhlt Maja vllig unerwartet einen Anruf ihrer Mutter aus Wien. Lilli Sternberg kann sich am Telefon nicht erklren, doch sei die Angelegenheit so dringlich, dass Maja nach Wien kommen mge. Widerwillig leistet die Tochter Folge und stellt sich auf diverse Situationen ein, mit denen sie konfrontiert werden knnte: Nichts soll sie betroffen machen knnen, nicht unheilbare Krankheit, nicht Enterbung.

Doch die Wahrheit ist noch grausamer: Ihre Mutter hat sich umgebracht. Warum nur? Selbstmord passt so gar nicht in Majas Charakterbild der Mutter. Indem sie erkennt, dass deren Vergangenheit anders verlief, als sie geglaubt hatte, gert Majas Gefhlswelt aus den Fugen; Trauer, Schuldgefhle und die Tat ihrer Mutter kann sie kaum verarbeiten. Die Autorin beweist in diesen Psychogrammen ihre sprachliche Feinfhligkeit.

In einem zweiten Handlungsstrang erzhlt eine Frau namens Leni ihre Lebensgeschichte. Darin spielt ein Mann namens Paul eine Rolle, und wir erfahren, dass Leni sich nach Absolution sehnt. Welch unertrgliche Schuld hat Leni auf sich geladen?

Die Autorin, Anja Jonuleit, hat den Beziehungskonflikt zwischen zwei Frauen beschrieben. Sie trennen sich, treffen sich nicht wieder, um sich auszushnen. Das Vergangene kann man nicht mehr zurckholen. Eine sehr ergreifende Geschichte.


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