Rezension zu »Sterbenswort« von Siegfried Langer

Sterbenswort

von


Thriller · List · · Taschenbuch · 329 S. · ISBN 9783548610917
Sprache: de · Herkunft: de

Ausgehebelte Realität

Rezension vom 19.08.2012 · noch unbewertet · noch unkommentiert

Erik ist tot! – Erik lebt!

Für Dr. Kathrin Voss, eine rationale Frau, kann nur eine dieser beiden Hypothesen zutreffen. Sie war damals schließlich mit dabei, als sie zu zweit Eriks leblosen Körper zur Warschauer Brücke schleiften und ihn über die Brüstung auf die Geleise der Berliner S-Bahn hievten. Mit eigenen Augen hat sie gesehen, wie die Bahn den Körper zerfetzte ...

Doch Kathrins Welt ist aus den Fugen geraten. Anfangs hatte sie noch ihre vierjährige Tochter Mia verdächtigt, die Fernbedienung verlegt, die Handcreme im Kühlschrank deponiert zu haben. Als ein angebissener Apfel in der Obstschale liegt, dessen Abdruck die Kiefergröße eines Erwachsenen hat, spricht alles für ihren Ex Axel. Er hat einen Wohnungsschlüssel, und seine unerträgliche Eifersucht hatte ein gemeinsames Leben unmöglich gemacht. Wahrscheinlich will er ihr eins auswischen. Doch Axel versichert ihr glaubhaft, er sei niemals in Kathrins Wohnung gewesen, er sei gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt.

Wie oft hat Kathrin ihrer Tochter eingebläut, sie solle niemals mit Fremden sprechen. Jetzt kommt sie aus dem Kindergarten und erzählt von einem Mann im Trenchcoat mit Baseballcap, der ihr am Zaun Grüße von einem Freund an die Mama ausrichten lässt. Nein, gesprochen hat Mia nicht mehr mit dem Mann, aber er hat jetzt etwas fallen lassen, etwas Glitzerndes, das sie aufgehoben hat: In Mias Hand befindet sich ein Ring, in dessen Innenkreis eine Prägung zu lesen ist: Amelie & Erik ... Eine verdrängte Vergangenheit holt Kathrin ein und wird zur Gefahr für sie und die unschuldige kleine Mia.

Sie waren beste Freunde, sie studierten und lebten zusammen in einer WG im Osten Berlins: Amelie, Erik, Heinrich und Kathrin. Alles lief harmonisch – bis zu dem Tag, als Freund Thomas zu Besuch war. Gemeinsam feierten sie seinen Geburtstag, soffen Wodka und bekifften sich. Dann eskalierte alles, und Erik lag tot in der Küche ...

Unterhaltsam, spannend, zügig und flüssig liest sich Siegfried Langers neuester Thriller "Sterbenswort". In abwechselnden Kapiteln ("Heute", "Damals") entwickelt er zwei parallele Handlungsstränge. "Damals", vor zehn Jahren, bestand zwischen den vier jungen Leuten mehr als eine Zweckgemeinschaft. Sie bildeten zwei feste Pärchen mit klaren Zukunftszielen. Sexualität und Eifersucht rissen das Gefüge auseinander.

"Heute" ist ein Fremder aufgetaucht und war ganz offensichtlich in Kathrins Wohnung. Panik und Zwangsstörungen belasten Kathrin. Sie kann ihren Alltag kaum meistern. Auch Heinrichs Nerven liegen am Boden. Er hat Emails von Erik empfangen, die unmissverständlich Morddrohungen gegen seine Frau enthalten. Heinrich und Kathrin verabreden sich; sie müssen Amelie und Thomas unbedingt wiedersehen und erkunden, ob auch sie verfolgt werden.

Wie Kathrin will auch der Leser festhalten an der Gewissheit, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Umso erstaunlicher ist es, dass es dem Autor gelingt, unseren Verstand zu überlisten: Genau wie Kathrin gelangen wir gegen alle Vernunft zu der Überzeugung, dass Erik lebt ... Was ist am Ende die Wahrheit?


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