Rezension zu »Ein Kräcker unterm Kanapee« von Alan Bennett

Ein Kräcker unterm Kanapee

von


Belletristik · Wagenbach · · Gebunden · 137 S. · ISBN 9783803112682
Sprache: de · Herkunft: gb

Literatur vom Feinsten

Rezension vom 28.03.2010 · 8 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Alan Bennetts Buch "Ein Kräcker unterm Kanapee" ist eine kleine Sammlung von sechs Monologen, die er 1987 für die BBC geschrieben hat. In seinem Nachwort analysiert und charakterisiert er seine Texte ausführlich. Sie sind unübertroffen gut.

Lesen Sie dieses wunderschöne, in rotem Leinen gebundene Buch aus dem Wagenbach-Verlag. Sie werden es nicht bereuen. Hier ein paar Bemerkungen zu drei der kleinen Geschichten:

Ein Splitter im Zucker

Graham Wittaker lebt zusammen mit seiner 72-jährigen Mutter Vera in einfachsten Verhältnissen. Er versorgt die alte, leicht vergessliche Dame zurückhaltend und einfühlsam. Ihre Gespräche sind aufs Notwendigste reduziert, und da sie ja manches vergisst, kommt es zu Dialogen, die Graham so stehen lässt, wie Mutter die Dinge behauptet. Während eines Spaziergangs begegnet den beiden ein Mr. Frank Turnbull. Mutter Vera und Frank sind sich zuletzt 1934 in Filey begegnet, doch die Zeitspanne von 52 Jahren überspringen sie problemlos: Sie verstehen sich aufs Köstlichste. So ändert sich Veras eintöniges Leben in der nächsten Zeit, während Graham sich in einer Selbsthilfegruppe austauscht ...

Ein Bett zwischen Linsen

Susan ist Pfarrersfrau. So richtig passt sie nicht ins Schema. Sie verschläft die Morgenmesse und kommt erst zum Evangelium. Ihr Mann Geoffrey hält heute seine Predigt über das Thema Sex als Symbol unserer Beziehung zu Gott. Die Kollekte, so schlussfolgert Geoffrey, ist das Zeichen für alles, was wir Gott darbringen – auch in der Sexualität. Susan hat nur 10 Pence zu bieten. Warum muss sie zur abendlichen Andacht gehen? Schließlich geht doch die Frau des Rechtsanwalts auch nicht zu Gerichtsverhandlungen. Im weiteren Verlauf der Kurzgeschichte überrascht uns die unkonventionelle Susan mit menschlichen Fehlbarkeiten. Aber letztendlich fügt sich alles zum Guten. Geoffrey wird Dekan, und das ist erst der Anfang ...

Frau mit Füllfederhalter

Miss Irene Ruddock ist eine einsame, isolierte Frau. Für sie ist es erste Bürgerpflicht, darauf zu achten, dass Frieden und Ordnung in der Öffentlichkeit herrschen. Sie macht auf Missstände aufmerksam, indem sie Briefe schreibt. Permanent hat sie an irgend etwas etwas auszusetzen. Auch ihre Nachbarn kontrolliert sie und macht Meldung. Sie antwortet auf Antworten und findet es typisch, dass darauf nicht geantwortet wird. Ihrer Manie ist nicht beizukommen. Erst als es zum Äußersten für sie kommt, erlebt sie zum ersten Mal in ihrem Leben, was es heißt, "glücklich" zu sein ...


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