Rezension zu »Der Fürst des Nebels« von Carlos Ruiz Zafón

Der Fürst des Nebels

von


Fantasy · Fischer · · Gebunden · 272 S. · ISBN 9783596860012
Sprache: de · Herkunft: es

Der Kampf gegen den Fürst des Nebels

Rezension vom 16.03.2010 · 2 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Im Kriegsjahr 1943 beschließt Uhrmacher Maximilian Carver, sein Geschäft aufzugeben und die Stadt zu verlassen, um seine Familie in Sicherheit zu bringen.
Der Abreisetag ist Max' Geburtstag. Sein einfühlsamer Vater schenkt ihm eine Taschenuhr: "Die habe ich für dich gemacht." Mit dem Zug reisen die Carvers - Mutter Andrea, Vater Maximilian und ihre Kinder Irina, Alicia und Max - in ein kleines Dorf am Atlantik. Es liegt wie ein Spielzeugdorf in einer winzigen Miniaturlandschaft. Am Bahnhof beobachtet Max, dass die Uhr rückwärts läuft. Irina huscht ein schmutziges Kätzchen über den Weg, das sie nach kurzem Disput mitnehmen darf.
Sie beziehen ein kleines Haus am Strand. Lange stand es zum Verkauf, bis es nun die Carvers aus seinem Dornröschenschlaf erwecken. Erst muss mal Großputz gemacht werden, und dabei übernimmt Max die "heroischen" Taten, indem er die Spinnen entsorgt. Unterstützt wird er von Irinas "Killer-Katze", die mit ihrem "Miniaturlöwenmäulchen" die Langbeiner verschlingt und genüsslich darauf kaut. Nun können die zänkischen Mädels ihr Gezeter einstellen.
Im Schuppen findet Vater Maximilian zwei Fahrräder, einen Projektor und Filmspulen. Alle sind ganz gespannt und neugierig, was darauf zu sehen sein mag.
Max erkundet die Umgebung und entdeckt in einem verschlossenen Teil des Gartens eine Skulpturenlandschaft. Alles ist verwildert. Warum bilden die Figuren wohl einen Zirkus nach? Warum stehen sie in der Form eines sechseckigen Sterns? Hat sich da nicht eine Figur bewegt?
Mit dem Fahrrad fährt Max am nächsten Tag zum Strand. Dort lernt er Roland kennen, dessen Eltern verstorben sind und der nun bei einem Leuchtturmwärter lebt. Auch dieser Mann birgt eine bemerkenswerte Geschichte: Vor vielen Jahren fuhr er auf dem Frachter Orpheus zur See; als das Schiff in einem heftigen Unwetter ganz in der Nähe sank, überlebte er als Einziger.
Max, Roland und Alicia wollen zu dem Wrack hinab tauchen. Das ist selbstredend ein sehr gefährliches Abenteuer. Und dann spüren sie etwas Schattenhaftes - es umhüllt sie, will sie packen und hinabziehen. Ist es der legendäre "Fürst des Nebels", der Magier mit dem Medaillon des sechseckigen Sterns? Wer sich mit ihm einlässt, hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen.
In wunderschön gewählten Worten beschreibt Carlos Ruiz Zafón das Familienleben der Carvers und ihre Erlebnisse. Glück, Liebe, Zufriedenheit, Vertrauen und Verantwortung füreinander sind für sie selbstverständlich.
Die Handlung ist phantasievoll und spannend. Da sie ohne Grausamkeiten auskommt, ist sie nie beängstigend. Nach und nach fließt ein magisches Motiv in das Handlungsgeschehen ein - es ist aber plausibel und anregend, weder eitler Selbstzweck noch platter Hokuspokus noch irrationaler Aberglauben.
Ich wünsche mir, dass dieses Buch von vielen Kindern gelesen wird - oder noch besser: dass es in Geborgenheit vorgelesen wird. So bereichert es nicht nur das Innenleben des Kindes, sondern wird zu einem gemeinsamen Schatz, den Vorleser und Kind sich teilen, über den sie sich austauschen können.


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