Rezension zu »Das Geld war schmutzig« von Richard Stark

Das Geld war schmutzig

von


Kriminalroman · Zsolnay · · Taschenbuch · 256 S. · ISBN 9783552054790
Sprache: de · Herkunft: us

Ohne Geld läuft gar nichts

Rezension vom 22.07.2009 · 1 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Unter Führung des Protagonisten Parker überfällt eine kleine Gruppe Gangster einen Geldtransport in Massachusetts. Da die Polizei schnell vor Ort ist, müssen sie den größten Teil ihrer Beute verstecken und fliehen. Presse und Fernsehen berichten ausführlich von diesem Aufsehen erregenden Verbrechen.

Dann trennen sich die Wege der Männer – aber alle wollen sie nur möglichst rasch das Geld holen.

McWhitney arbeitet wieder in seiner Bar.

Nick Delesia wird von der Polizei verhaftet, als er mit einem "schmutzigen" Schein bezahlt (denn die Seriennummern aller Scheine waren registriert). Nachdem er einen Marshall erschießt, kann er aus dem Gefängnis entfliehen.

Parker plant mit seiner Freundin Claire, getarnt als Ehepaar Willis, einen Kurzurlaub in der Nähe des Tatortes. Hier möchte er die Situation auskundschaften.

Aber nicht nur die Gangster zieht es an den Tatort:

Die Polizei startet einen Großeinsatz und kontrolliert mit Straßensperren die Bevölkerung.

Auch Sandra Lozcalzo, eine Kopfgeldjägerin, ist zur Stelle. Sie gibt aber keineswegs der Polizei Hinweise, sondern verspricht sich größeren Profit, wenn sie sich an Parker hängt.

Zeitweise wird die urige Frühstückspension Bosky Rounds zum turbulenten Hauptschauplatz, denn bei der geschwätzigen Mrs. Bartlett findet sich der harte Kern der Akteure ein. Hier laufen Polizisten, Sandra Lozcalzo, das Ehepaar Willis und andere einander über den Weg, ohne sich zu begegnen – geschweige denn zu erkennen.

Dieser Krimi ist ein Lesegenuss. Er kommt ohne Blut und Folter aus. Das Plot-Konzept – Überfall auf einen Geldtransport – ist zwar nicht gerade neu, sondern schon oft literarisch und filmisch variiert worden. Aber Richard Stark gestaltet es auf originelle, den Leser fesselnde Weise. Im Vordergrund seines Erzählens stehen die Charaktere der Gangster: Keiner traut dem anderen, jeder möchte alleine "Kasse machen" – und dennoch kommen sie wieder zusammen. Dabei scharen sie immer mehr Personen um sich, die ihnen bei ihrem Coup helfen sollen. Sie schmieden Pläne – aber irgendwie kommt es immer anders als vorhergesehen. Und: Ohne Geld läuft gar nichts ... Das ist alles sehr reizvoll zu lesen.

Bei manchen Textpassagen hat man den Eindruck, dem Autor (und dem Übersetzer) sitze der Schalk im Nacken. So wird Mrs. Bartlett von ihren Gästen im Stillen liebevoll "Mrs. Apfelkuchen" und ihre Pension "Quartier für Hänsel und Gretel" genannt. "Laubgucker" heißen die Touristen ... und es gibt noch viele weitere solch witzige Einfälle zu beschmunzeln.


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