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Il giovane Montalbano | Der junge Montalbano: alle Filme

Titel mit Textvorlagen, Inhaltsangaben, Rezensionen und DVD-Ausgaben



La prima indagine di Montalbano

Il giovane Montalbano, Folge 01 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Montalbanos erster Fall

Der junge Montalbano, Folge 01 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
Cinquanta paia di scarpe chiodate | Der Hirtenkönig (Kriminalerzählung)
La prima indagine di Montalbano | Montalbanos allererster Fall (Kriminalerzählung)

Dame mit Revolver

Hinsichtlich der Karriere des commissario Salvo Montalbano ist dieser Film die Nummer Eins – es ist der Herbst 1990, und zu Anfang ist Salvo noch vice-commissario im Bergdorf Mascalippa. Wohl fühlt er sich nicht in den Bergen; ihm fehlt die Meeresbrise und die frische, vielfältige Küche der Küste. Seine Freundin Mery be­sucht ihn ab und zu, und sie nutzt – gegen Salvos Willen – ihre Beziehungen nach Rom, um seinem Ver­set­zungs­an­trag nachzuhelfen. Als sein Chef und Lehrmeister nach Palermo geht und ein neuer Vorgesetzter ihm das Leben schwer macht, ist Salvo froh, dass er jetzt sein eigenes Kommissariat übernehmen kann, zumal es das in Vigàta ist, wo er seine Kindheit verbrachte. Jetzt muss er Personal führen: Neben dem erfahrenen Kollegen Fazio stellt sich ihm noch ein gewisser Catarella vor, der stolz ist, die Telefonzentrale übernehmen zu dürfen.

Seinen ersten Fall trifft Montalbano in Gestalt einer schlicht gekleideten jungen Frau, die im Gericht von Montelusa offenkundig auf jemanden wartet, eigenartig starr, und dadurch seine Aufmerksamkeit erweckt. Wenig später sieht er sie an der Bushaltestelle in Vigàta wieder; sie erleidet einen Schwächeanfall, er kommt ihr zu Hilfe, doch sie wehrt ihn heftig und verzweifelt ab und verliert dabei einen schweren Revolver. Was hat es damit auf sich? Viola Monaco (in Camilleris Textvorlage heißt sie Rosanna) verschließt sich. Erst nach geduldigem, einfühlsamem Befragen und kleinen Tricks gesteht sie dem commissario, dass sie beauftragt worden sei, in Montelusa einen Richter zu erschießen. Auftraggeber war Pino Cusumano, der Neffe des örtlichen Mafia-Bosses.

Mit scharfen Beobachtungen, intelligenten Schlüssen, kühnen Aktionen, deren mangelnder Respekt vor dem Buchstaben des Gesetzes Fazio erschaudern lässt, und sensiblem Umgang mit Viola kommt Mont­al­bano hinter ihr wahres, grausames Geheimnis ...

Der Film ist für uns Nicht-Sizilianer insofern ein Schwergewicht, als darin viel mehr sizilianischer Dialekt gesprochen wird als in den anderen der Reihe. Viola spricht ihn durchweg, auch ein Hirte und andere Nebenpersonen, und in vielen Gesprächen mit ihnen fällt auch Salvo in dieses Idiom, das nicht nur eine ziemlich andersartige Grammatik und eigentümliche Vokabeln hat, sondern bei authentischer Sprechweise vor allem auch eine ziemlich undeutliche Aussprache kultiviert. Glücklicherweise haben alle DVDs Untertitel, die sicher auch manchem Muttersprachler bisweilen auf die Sprünge helfen werden.


Capodanno

Il giovane Montalbano, Folge 02 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Silvester

Der junge Montalbano, Folge 02 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
Capodanno | Neujahr (Kriminalerzählung)
Meglio lo scuro | Die Dinge im Dunkeln lassen (Kriminalerzählung)

Mord im Hotel

Salvo Montalbano hat an seinem neuen Dienstort Vigàta noch immer keine passende Bleibe gefunden und wohnt weiterhin im Hotel Reginella. Genau da wird in der Silvesternacht Saverio Lo Castro erschossen, der Ehemann der Eigentümerin, signora Rosina. Die Ehe der beiden sei äußerst glücklich, betont Rosina, obwohl ihr Mann nur im Sommer und zu Weihnachten für ein paar Tage von seinen Ge­schäf­ten in Russland nach Hause kommt. Er arbeitet für die Import-/Export-Firma des signor Pazeca, der mit dem Mafia-Clanchef Don Balduccio Sinagra verschwägert ist. Steckt vielleicht eine Auseinandersetzung zwischen russischer und sizilianischer Mafia hinter dem Mord? Dessen Umstände sind merkwürdig: Lo Castro schlief nie in der Wohnung seiner Frau im obersten Stock, sondern in einem der Hotelzimmer. Dieses Mal hatte man ihm Zimmer 22 gegeben, aber weil er einen extrem leichten Schlaf hat – Schlafmittel und Ohren­stöp­sel sollten ihm helfen – zog er kurzfristig in das ruhigere Zimmer 28 um. Seine Leiche aber fand man im Zimmer 22 ...

Das neue Jahr – 1991 – beginnt also mit einer verantwortungsvollen Aufgabe für den jungen commissario – und einigen Überraschungen:

Unangekündigt erwartet Salvos Vater seinen Sohn in seinem Büro, um ihm ein gutes neues Jahr zu wün­schen und eine Kiste selbst produzierten Weines zu schenken – er betreibt ein kleines Weingut in der Nähe. Doch Salvo reagiert einsilbig und kühl, ohne dass man in dieser Folge die Hintergründe erführe. Den Wein schenkt Salvo seinen Mitarbeitern, die ihm näherzustehen scheinen als der Spender.

Dann besucht ihn seine alte Grundschullehrerin signora Di Vincenzo, glücklich darüber, dass aus ihrem Lieblingsschüler, der alle Bücher verschlungen hat, etwas Anständiges geworden ist.

Anstrengender ist der Gerichtsmediziner dottor Pasquano, mit dem sich der commissario schon bei der ersten Begegnung kabbelt (zum Vergnügen des Zuschauers). Das wird auch so bleiben, später jedoch eher als Zeichen gegenseitigen Respekts als der Abneigung.

Und Respekt verdient der junge Montalbano schon bald: Er erweist sich als fähiger Ermittler, der diesen und auch noch einen lange zurückliegenden Fall mit scharfer Logik, gesundem Menschenverstand und guter Menschenkenntnis zu lösen vermag.

Der Fall im Hotel Reginella hat einen glücklichen Nebeneffekt für Salvo: Bei seinen Nachforschungen erwischt er zufällig den kleinen Pasquale Cirrinciò, der, kaum zehn Jahre alt, in eine villetta am Meer in Marinella eingebrochen ist, um zu klauen. Das Haus war Salvo bereits aufgefallen – da würde er zu gerne wohnen (und wer würde das nicht, der es einmal gesehen hat?). Tatsächlich vermieten es die Eigentümer gern an den jungen Beamten, und wie wir wissen, wird er ihr Dauermieter für sehr, sehr lange Zeit. Den Jungen bringt der Kommissar nach Hause zu seiner verwitweten, verzweifelten Mutter Adelina, und was fällt ihm als erstes auf? Köstlich duftende arancini auf dem Küchentisch ... So würde er gern verwöhnt werden! Aber bis Adelina seine Haushälterin wird, muss er sich noch etwas gedulden.

Jede Medaille hat auch eine Kehrseite. Salvos Verlobte Mery nimmt schon bei ihrem ersten Besuch im neuen Haus das Heft in die Hand und überfallt ihn mit Einrichtungsideen – was bei ihm sogleich eine Art Klaustrophobie auslöst. Als dann noch mitten in der Nacht eine »Ciccina« anruft und Salvo sofort zu ihr aufbricht, um erst am Morgen wiederzukommen, knallt es: Beide erkennen, dass sein Leben nur »la vita di un poliziotto scapolo« sein kann – und Mery verlässt ihn. Nur gut, dass ihn maestra Di Vincenzo zu sich nach Hause einlädt, um ihn grandios zu bekochen ...

In dieser Folge wird recht wenig Dialekt gesprochen, der Fall nimmt einige Wendungen, und es treten wie immer ausgeprägte Charaktere auf.


Ritorno alle origini

Il giovane Montalbano, Folge 03 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

San Calorio

Der junge Montalbano, Folge 03 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
Pezzetti di spago assolutamente inutilizzabili | Absolut unbrauchbare Fadenreste (Kriminalerzählung)
Ritorno alle origini | Zurück zu den Wurzeln (Kriminalerzählung)

Proprio diversi

Die kleine Laura ist verschwunden. Wurde sie entführt? Als commissario Salvo Montalbano in der Villa der wohlhabenden Unternehmerfamilie ein­trifft, ist sie wohlbehalten wieder da, und ihre Eltern sind darum bemüht, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Montalbano macht das stutzig, und er hält die Ohren offen. Je mehr er hört, je tiefere Einblicke er in die Familienangelegenheiten gewinnt, desto weitere Kreise zieht die Affäre.

In dieser Folge lernen wir das Personal kennen, mit dem der junge commissario in allen weiteren Filmen zusammen arbeiten und leben wird. Da wäre zunächst sein neuer Stellvertreter: Domenico Augello (» ›Mimì‹ per gli amici.«). Salvo findet ihn in seinem Büro vor, wie er in aller Seelenruhe mit seinem Telefon ein Privatgespräch führt – ach was: mit einer Frau flirtet! Mit seinem schmalen Lippenbärtchen sieht er aus wie ein amerikanischer Filmstar aus den Dreißiger Jahren; er ist manisch fixiert auf schöne Frauen und sehr von sich eingenommen. Salvo macht kein Geheimnis daraus, dass er ihn unsympathisch findet, und bei einem gemeinsamen Essen (spaghetti alle vongole) wird Mimì klar: »Siamo proprio diversi, Montalbano.« Und dann fragt er nach Parmesan! Salvo ist sprachlos. »Sei pazzo? Il parmigiano sopra alle vongole? Non ci va. Ci hai ragione tu, siamo proprio diversi.« ... Nur langsam werden sich die beiden aneinander ge­wöh­nen.

In seiner Loge nimmt Catarella die eingehenden Telefonate entgegen, um sie auf seine rätselhafte Weise zu interpretieren und weiterzuleiten. Während er bereits in der Hauptserie (»Il commissario Montalbano«) eine Karikatur war, aber noch als einigermaßen realistisch durchgehen konnte – hektisch, begriffsstutzig, tolpatschig, dickköpfig, übertrieben devot, insgesamt hilfsbereit und liebenswert –, so muss er leider in seinen jungen Jahren ein ganzes Stück zu deppert daherkommen – zuviel Klamauk tut der Figur nicht gut.

Der Älteste im Team ist Fazio – fleißig, sachlich, präzise, zuverlässig, solidarisch, immer mit Notizblättern unterwegs. Bei einer Verfolgungsjagd erleidet er einen Herzinfarkt und wird seine Arbeit aufgeben müssen. Glücklicherweise hat er einen Sohn, Fazio, der seine Ausbildung in Kürze beenden und in der nächsten Folge seine Nachfolge antreten wird.

Eines Tages klopft Adelina Cirrinciò an der Tür und bringt ein ganzes Tablett voller Köstlichkeiten vorbei, weil Salvo ihrem kleinen Sohn Pasqualino geholfen hatte. Gleich stellt sie fest: »In una casa ci vuole la mano di una fimmina ...« – »Giusto!« weiß Salvo und heuert Adelina sofort als Haushälterin an: »Affare fatto!«

Eine weitere Frau tritt in Salvos Leben, um zu bleiben: Laura wird betreut von einer hinreißend schönen Blondine aus Genua; Livia heißt sie, natürlich beißt Mimì sofort an – aber es ist Salvo, für den sie sich wirklich interessiert, und sie bleibt noch ein paar Tage in Vigàta ...


Ferito a morte

Il giovane Montalbano, Folge 04 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Ein teuflischer Plan

Der junge Montalbano, Folge 04 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
Ferito a morte | Tödlich verwundet (Kriminalerzählung)
Referendum popolare | Volksabstimmung (Kriminalerzählung)

Lauter schwarze Seelen

Vigàta ist in heller Aufregung: »Ist Elena Briguccio eine puttana?« Über diese Frage darf jeder im Ort abstimmen, indem er/sie auf einem der vielen Flug­blät­ter unterschreibt, die ein Unbekannter in der Nacht überall an die Wände geklebt hat. Nun ist Elena, 30, nicht irgendwer, sondern die Frau des Politikers Saverio Briguccio, 45. Verständlich, dass der Herr aufgebracht ist und zum Äußersten ge­trie­ben wird. Mindestens einer aber weiß Näheres über Elenas Wesen: Mimì Augello, Weiberheld und commissario Montalbanos Stellvertreter ...

Nach dem heiteren Einstieg geht es blutiger zur Sache: Gerlando Piccolo, 67, wird splitternackt in seinem zerwühlten Bett aufgefunden – erschossen. Nicht dass ihm jemand eine Träne nachweinen würde – der alte Witwer hat sich seit Jahren einen schlechten Namen als Geldverleiher gemacht. Gefunden hat ihn seine Nichte Grazia, ein schlichtes Gemüt, die die Piccolos bei sich aufnahmen, als die Fünfjährige ihre Eltern verlor. Sie half im Haushalt, ging nie zur Schule, und seit die böse zia starb (da war sie fünfzehn), miss­brauch­te sie Gerlando.

Ein weiterer Fall belastet die Polizeiarbeit, als Dindò spurlos verschwindet, ein etwas zurückgebliebener, grundehrlicher junger Mann, der mit seinem motorino die Einkäufe der Supermarkt-Kunden ausliefert. Sein Vater, ein einsamer Fischer, berichtet, Dindòs Wesen habe sich in den letzten Monaten stark verändert: Er sang laut!

Diese einfachen Charaktere sind anrührend gezeichnet und stehen in krassem Gegensatz zu den ge­lack­ten Offiziellen wie dem giudice, der überheblich und egozentrisch Phrasen drischt ...

Ein herber Schlag trifft das Kommissariat mit der Nachricht, dass des gewissenhaften Carmine Fazios Pensionierungsgesuch genehmigt wurde. Aber sein Sohn Giuseppe schließt bald die Polizeischule ab und könnte seine Stelle übernehmen ...

Doch vorerst gibt es für Montalbano noch viel Arbeit: Was hat Grazia in der Mordnacht tatsächlich getan, als sie den toten Onkel fand? Hat sich Dindò in sie verliebt? Welche Rolle spielt der Geldeintreiber Alfonso Aricò (»Ha l’anima nera come l’inferno.«)? Erinnert nicht manches an das Märchen vom Blaubart?

Am Ende gelingt dem commissario die Überführung des Täters, indem er ihn in eine fiese Falle lockt.

Schließlich entwickelt sich Salvos Beziehung zur einfühlsamen und verständnisvollen Livia und zu seinem Vater weiter, den er bisher mit Nichtbeachtung gestraft hatte. signor Montalbano, der ganz in der Nähe Wein anbaut, will nun seinen Sohn in dessen neuem Zuhause besuchen – und trifft dort Livia an. Die beiden schätzen einander, aber Salvo ist verärgert wegen der Einmischung des Vaters, dem er vorwirft, er habe sich in seiner Jugend nie um ihn gekümmert und komme jetzt mit einer billigen Versöhnungsgeste. Livia bringt Salvo dazu, ihr ein Geheimnis zu verraten, das ihn quält, seit er es selbst beim Tod der Mutter entdeckte: Sein Vater hatte eine langjährige Affäre mit einer anderen Frau, mit der er sogar Kinder hatte. Die gemeinsame Zeit, die Salvo als Kind so bitter vermisst hatte, schenkte der Vater also seiner zweiten Familie ...


Il terzo segreto

Il giovane Montalbano, Folge 05 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Das dritte Geheimnis

Der junge Montalbano, Folge 05 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
Il quarto segreto | Das vierte Geheimnis (Kriminalerzählung)
La traduzione manzoniana | Manzoni auf Sizilianisch (Kriminalerzählung)

Zwei nächtliche Schießereien

Der junge Montalbano ist erschüttert: Bei einer nächtlichen Aktion in den leeren Gassen von Vigàta – leise ertönt Puccinis »E lucevan le stelle« aus »Tosca« – wird Catarella erschossen! Gott sei Dank geschah das nur in Salvos Albtraum, und doch erhält Catarella durch dieses »Erlebnis« eine zentrale Rolle in dieser Folge.

Wie üblich muss das Ermittlerteam zwei Fälle bearbeiten. Ein Unbekannter hat den Aushang der Aufgebote an der Gemeindeverwaltung gestohlen. Was zunächst wie ein Scherz anmutet, entpuppt sich als ernste Angelegenheit: Nach Überprüfung der sechs Paare, die demnächst zu heiraten gedenken, stellt sich her­aus, dass eines ausgesprochen gefährdet ist, und erst in letzter Minute glückt es dem commissario und Fazio, Schlimmes zu verhindern.

Bei dem anderen Fall gelingt ihm gerade dies leider nicht, obwohl das Verbrechen sogar per Brief an­ge­kün­digt wird. Aber die italienische Post braucht zu lange, um den Brief auszuliefern ... So stürzt ein al­ba­ni­scher Bauarbeiter vom Gerüst, und er ist nicht der erste, der so zu Tode kommt. Nachdem drohende Ri­va­li­tä­ten zwischen den Carabinieri und der Polizei um die Zuständigkeit gütlich beigelegt sind, wird klar, dass die Mafia dahintersteckt. Sie will die Bauunternehmer der Gegend dazu zwingen, ihre Geschäfte an einen der ihren zu verkaufen.

Ebenso viel Gewicht wie die – durchaus spannenden – kriminalistischen Untersuchungen hat die Dar­stel­lung der diversen persönlichen Beziehungen. Livia, die sich auf einen Ausflug nach Selinunte freut, wird wieder einmal vergessen oder vertröstet (»ti giuro ... l’ultima volta«) und ergreift selbst die Initiative. Als sich auch noch Mimì Augello um sie zu kümmern scheint, platzt Salvo der Kragen ...

Giuseppe Fazio, der Sohn von Carmine Fazio, der soeben in Pension gegangen ist, und sein Nachfolger im Kommissariat, kommt nicht klar, als sein Chef mitten in den Ermittlungen den konspirativ abgesprochenen Kurs wechselt; er reagiert heftig auf die Inkonsequenz, deren Hintergründe er nicht kennt. Außerdem ent­wi­ckelt er bereits die etwas pingelige Arbeitsweise, mit der schon sein Vater bisweilen Salvos Geduld stra­pa­zier­te.

Vor allem aber wird der gute Catarè diesmal voll einbezogen. Salvo berichtet ihm, dass er in seinem Traum vorkam (ohne dessen Ausgang zu verraten ...), und vertraut ihm später drei Geheimnisse an (»segreto segretissimo« natürlich) – ein Vertrauensbeweis, der Catarella zu Tränen rührt. Am Ende kommt es für Salvo zu einem Déjà-vu: Allein mit Catarè pirscht er des Nachts durch die leeren Gassen von Vigàta – »E lucevan le stelle« –, und ein Schuss fällt ...

Ein nettes Detail am Anfang dieser Szene: Auf dem kleinen Platz, von dem aus die beiden Polizisten auf­brechen, sieht man im Hintergrund eine der Tafeln, die überall in der Gegend auf die Drehorte der Serie »Il commissario Montalbano« aufmerksam machen – für Salvo Montalbano ist das sozusagen ein Blick in seine eigene Zukunft, als sein späteres Lebenswerk bereits verfilmt ist ...


Sette lunedì

Il giovane Montalbano, Folge 06 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Sieben Montage

Der junge Montalbano, Folge 06 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
Movente a doppio taglio | Das Testament (Kriminalerzählung)
Sette lunedì | Immer montags (Kriminalerzählung)

Der Fall der toten Tiere

Der Film verquickt zwei Fälle, die nichts miteinander zu tun haben – der eine (»Movente a doppio taglio«) ist eher amüsant, der andere (»Sette lunedì«) liefert Spannung und Ratestoff.

Der stinkreiche Attilio Gambardella ist tot. Seine langjährige treue Haus­häl­te­rin signora Tumminello hat ihn gefunden, blutüberströmt, denn er wurde durch dreißig Messerstiche um­ge­bracht. Sie ist am Boden zerstört, denn nach dem frühen Tod ihres Gatten und dem der signora Gam­bar­della »unimmo le nostre solitudini«, wie sie das poetisch ausdrückt. Sie weiß auch schon, wer der Mörder ist: Am Abend zuvor hatte sich Attilio mal wieder mit seinem nichtsnutzigen Sohn Filippo, 30, gezankt. Doch Filippo erweist sich als schwaches, resigniertes Lamm, und schon seine ersten Worte zu Montalbano – »povero papà!« – entlasten ihn. Später liefert ihm ein kleiner Dieb ein perfektes Alibi (und erhält dafür von Montalbano einen Monat Schonfrist, damit er seiner kranken Frau Medizin beschaffen kann ...). Als nächste gerät Filippos Ehefrau ins Blickfeld, sagt man ihr doch nach, sie habe ihn nur wegen seines zu erwartenden Erbes geheiratet. Am Ende entlarvt Montalbano den wahren Täter mit einem unfasslich fiesen Trick – aber mit einem Mörder kann man sowas ja ruhig machen ...

Parallel dazu entdeckt signor Ennicello, Besitzer eines überteuerten Restaurants, eines Montagmorgens eine Meeräsche (cefalo) neben seinem Frischfischbecken – sie wurde erschossen! So etwas kann niemand ernst nehmen: vielleicht ein Warnschuss in einer Schutzgeld-Angelegenheit? Montalbano jedenfalls rät Fazio, sich den Fisch lecker zuzubereiten ... Doch merkwürdig: Am Montag darauf (dem 29.9.) findet der Hühnerzüchter signor Contrera eins seiner Tiere erschossen. Die Patrone ist vom selben Typ wie die, die den cefalo erledigt hat, und wieder liegt ein Zettel neben der Leiche; im Gegensatz zur Woche davor wurde die Schrift aber nicht vom Regen verwischt. Man liest »Comincio a contrarmi« und rätselt, ob der Mör­der-Autor womöglich nicht richtig schreiben kann und »Comincio a contrariarmi« meinte ...

Am 6.10. musste Brick, der Hofhund von Carlo Contini, sterben, am 13.10. Stefano Ottones Ziege, am 20.10. erschießt signor De Dominici fast seinen verfeindeten Nachbarn in der Annahme, der habe seinen Esel umgebracht – und am 27.10. wurde Alecec, der Zirkuselefant der Dompteuse Irina Ignatievic, er­schos­sen. Die Tat wurde immer in der nacht von Sonntag auf Montag ausgeführt, die Waffe war immer die­selbe, immer fand sich ein Zettel mit einer mysteriösen Botschaft: »Mi contraggo ancora«, »Sto per terminare di contrarmi« ... Inzwischen hat das Ermittlerteam das System durchschaut: Die Opfertiere werden immer größer, die Initialen ihrer Eigentümer ergeben eine Nachricht: »Ecco Di«, und nun muss man befürchten, dass am nächsten Montag ein Mensch ermordet werden soll, dessen Name mit »O« beginnt ...

Der Film hat Höhen und Tiefen. Catarella ist hier am schlimmsten überzeichnet, als zu naiv, kindlich und doof präsentiert: Dass er »nomomastico« statt »onomastico« sagt, geht ja noch an, aber dass er daraus er­schließt, »cognonomastico« sei »la festa dei cognomi«? Er kann nicht einmal einen Namen nach­spre­chen ...

Intelligenter sind da schon die kleinen Wortscharmützel, die sich der zynische Amtsarzt dottor Pasquano mit den Kommissaren liefert.

Eine für das Verständnis von Salvo Montalbanos Charakter wichtige Episode seiner Biographie wird hier aufgegriffen: das angespannte Verhältnis zu seinem Vater. Mit dem hatte er wohl schon seit seiner Jugend Streit, weil er als Alleinerzieher nie für den Sohn da war. Eine Aussöhnung bahnt sich erst über dem Grab der Mutter an. In späteren Filmen erleben wir, wie innig sich der gereifte Salvo an ihn erinnern wird ...

Ein Höhepunkt dieser Folge ist in meinen Augen Salvos Besuch bei papà Montalbano mit Livia; natürlich gibt es ein großes Essen mit dem halben Dorf und dazu eine (leider zu kurze) hübsche Tanzszene mit ländlicher sizilianischer Musik.

Mit Livia aber bahnen sich jetzt schon die Konflikte an, die die beiden noch viele Jahre später entzweit: Salvo sagt kurzfristig den gemeinsamen Urlaub ab, weil der Fall der toten Tiere ihn packt; da reist Livia eben allein; Salvo vergeht vor Eifersucht und schaltet seinen Agenten Catarella ein ...


»L’uomo che andava appresso ai funerali«

L’uomo che andava appresso ai funerali

Il giovane Montalbano, Folge 07 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Das letzte Geleit

Der junge Montalbano, Folge 07 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
L’uomo che andava appresso ai funerali | Das letzte Geleit (Kurzroman)
Doppia indagine | Parallele Ermittlungen (Kurzroman)


»La stanza numero due«

La stanza numero due

Il giovane Montalbano, Folge 08 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Zimmer Nummer zwei

Der junge Montalbano, Folge 08 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
La stanza numero due | Zimmer Nummer zwei (Kurzroman)
I due filosofi ed il tempo | Zwei Philosophen und die Zeit (Kriminalerzählung)
La lettera anonima | Der anonyme Brief (Kriminalerzählung)


»Morte in mare aperto«

Morte in mare aperto

Il giovane Montalbano, Folge 09 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Tod auf dem offenen Meer

Der junge Montalbano, Folge 09 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
Morte in mare aperto | Tod auf dem offenen Meer (Kurzroman)
Una cena speciale (Kriminalerzählung) | [Eine deutschsprachige Ausgabe wurde noch nicht veröffentlicht.]


»La transazione«

La transazione

Il giovane Montalbano, Folge 10 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Die gütliche Einigung

Der junge Montalbano, Folge 10 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
La transazione | Die gütliche Einigung (Kurzroman)
Il patto | Der Vertrag (Kriminalerzählung)
La veggente | Die Hellseherin (Kriminalerzählung)


»Il ladro onesto«

Il ladro onesto

Il giovane Montalbano, Folge 11 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Der ehrliche Dieb

Der junge Montalbano, Folge 11 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
Il ladro onesto | Der ehrliche Dieb (Kurzroman)
Il biglietto rubato | Die gestohlene Karte (Kurzroman)


»Un’albicocca«

Un’albicocca

Il giovane Montalbano, Folge 12 · Erstsendung: · Sprache: italienisch

Eine Aprikose

Der junge Montalbano, Folge 12 · Erstsendung: · Sprache: deutsch

Textgrundlagen mit Inhaltsangaben:
Un’albicocca | Eine Aprikose (Kurzroman)
Notte di Ferragosto | [Eine deutschsprachige Ausgabe wurde noch nicht veröffentlicht.]


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