Rezension zu »L'ultimo applauso | Der letzte Applaus« von Massimo Marano

L'ultimo applauso | Der letzte Applaus

von


Kriminalroman · Teil der Serie »Italienisch mit Hilfe« · dtv · · Taschenbuch · 184 S. · ISBN 9783423095242
Sprache: it · Herkunft: it · Region: Rom

Ein Zabaione-Krimi

Rezension vom 20.03.2015 · 1 x als hilfreich bewertet · noch unkommentiert

Literarisch ein Leichtgewicht, aber als Dessert nach dem Italienisch-Kurs genau das Richtige!

Eine deutsche Opern­sän­ge­rin, Anne-Marie Hofer, macht in Rom Fu­ro­re. Ihre Stimme über­zeugt Pub­li­kum und Kritiker, ihre Weib­lich­keit lockt die Männerwelt. Von zwei Liebhabern lesen wir: Fabio Pellegrino schied vor einiger Zeit aus dem Rennen, kämpft aber noch um Wie­der­zu­las­sung, während Federico Rinaldi sich der­zeit der Fa­vo­ri­ten­rol­le er­freut, aber aus gewissen Gründen nicht aus dem Vollen schöpfen darf.

Federico Rinaldi ist nämlich ein ziemlich hohes Tier im Vatikan. Und als Kar­di­nal muss er al­ler­größ­te Vor­sicht walten lassen, dass nicht das Geringste über seine Affäre mit der Diva bekannt wird. Auch der Ruf der Kirche steht ja auf dem Spiel. Nur einer ist über­haupt ein­ge­weiht: Miro, sein junger Adlatus. Den hatte es als Junge aus Bosnien nach Italien verschlagen, Rinaldi hatte seinen festen Charakter und sein Ta­lent erkannt und ihn gezielt gefördert. Auf seine Ergebenheit kann der Kardinal bauen.

Durch einen Zufall schöpft nun ausgerechnet Fabio Verdacht. Er ist nämlich Kardinal Rinaldis Chauffeur und wird un­be­ab­sich­tigt Zeuge einer scheuen Ab­schieds­sze­ne zwischen seinem Chef und seiner Ex.

Am nächsten Morgen ist Anne-Marie Hofer tot. Hauptverdächtiger ist Fabio, den eine Nach­ba­rin kopflos aus der Woh­nung der er­sto­che­nen Diva stürzen sah ...

Wie Fabio, unterstützt von seiner Schwester Beatrice, seine Unschuld zu beweisen sucht, gegen die doch alles spricht, wie seine Eminenz alles unter­nimmt, um außen vor zu bleiben, und wie commissario Mauro Marelli mit seinem tüchtigen Team sich Schritt­chen für Schritt­chen der Wahrheit nähert, das erzählt Mas­si­mo Marano in un­auf­ge­reg­ter, gut auf­ge­räum­ter Weise. Der Leser ist immer und überall dabei – bei jedem Verhör, jeder Auto­fahrt, jedem Abend­es­sen, jeder pri­va­ten Un­ter­re­dung. Alle Hypothesen und stra­te­gi­schen Züge werden genau erläutert: Mit­ra­ten möglich. Aus diesen Zutaten hat der Autor ein auf­ge­schäum­tes dolce kre­iert, das dem Italie­nisch-Ler­nen­den nicht die Nerven zerfetzt, sondern ihm alle Ruhe lässt, damit er sich auf in­te­res­san­te Vokabeln, Phrasen, Syntax und Gram­ma­tik­phä­no­me­ne kon­zen­trie­ren kann. Das sprach­li­che Niveau (All­tags­vo­ka­bu­lar, über­sicht­li­che Haupt­sät­ze) ist nicht zu schwer; ge­le­gent­li­che Ver­wir­rung mögen al­ler­dings die nach­läs­sig ge­setz­ten Satz­zei­chen stiften.

Während also der literarische Wert des Krimis eher bei drei Sternen anzusiedeln ist, ist der sprach­li­che Nut­zen un­be­strit­ten. Die Reihe »dtv zwei­spra­chig« richtet sich an Leser, die ihr Sprach­ver­ständ­nis auf ge­nüss­li­che Weise ver­bes­sern möchten. Man liest zügig den italienischen Text auf der linken Seite und wird die deutsche Über­set­zung auf der rechten weitgehend unbeachtet lassen, bis man an einer unklaren oder kniffligen Stelle innehält, sich seines Verständnisses vergewissern möchte oder einer kleinen Hilfestellung bedarf. Das ist bequem und funktioniert gut. Sie werden erstaunt sein, wie rasch man sich ›einlebt‹, je mehr Seiten man verschlungen hat. Ohne bewusste Anstrengung verleibt man sich wie­der­keh­ren­de Grund­struk­tu­ren (wie Verb­for­men der Ver­gangenheit und Kon­di­tio­nal­sät­ze) und den the­men­ty­pi­schen Wortschatz ein.

Die deutsche Version auf der rechten Seite (sie stammt von Yola Schmitz) orientiert sich zumeist ganz eng am italienischen Original und weicht nur gelegentlich etwas ab, damit gutes, flüssiges Deutsch entsteht.

Die bewährte Reihe »dtv zweisprachig« umfasst aktuell ca. 24 Titel, die nach Schwie­rig­keits­grad (für Ein­stei­ger – Fortgeschrittene – Könner) differenziert sind und zumeist ab­wechs­lungs­rei­che Samm­lun­gen kur­zer Texte enthalten, wie zum Beispiel »Profumo d'Italia | Ein Hauch Italien« von Valeria Vairo [› Rezension]. »L'ultimo applauso | Der letzte Applaus« und »Un caso d'amore | Ein Fall von Liebe« Massimo Marano: »Un caso d'amore | Ein Fall von Liebe« bei Amazon (vom selben Autor) sind bislang die einzigen Langtexte; beide richten sich an Fortgeschrittene.


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