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Rezension zu (alias) Flori0: »Frontal - Häuserfronten«

:
Frontal - Häuserfronten

Weihnachtliches · Calvendo · · Taschenbuch · 14 S. · ISBN 9783669236966
Sprache: de · Herkunft: de

Bewertung: 3 Sterne
Die Qual der Wahl

Rezension vom 27.10.2017 · noch unbewertet · noch unkommentiert

Zugegeben: Ein Kalender ist kein besonders originelles Geschenk, und für das Genre »Weih­nacht­liches«, in das ich ihn hier einsortiert haben, qualifiziert ihn lediglich, dass er besonders häufig unter Weih­nachts­bäumen zu finden ist. Dennoch möchte ich Ihnen hier ein solches Stück vorstellen, und zwar nicht nur, weil mir die Bilder darin gut gefallen (eine kleine Auswahl sehen Sie rechts), sondern auch wegen des Konzepts des Verlages dahinter.

»Frontal – Häuserfronten« zeigt ein Dutzend schlicht von vorn fotografierte Ausschnitte von Fassaden der unter­schied­lichsten Stile (Fachwerk, Holz, Schlösser …), Zeitalter (Renais­sance bis um 1900) und ländlichen Regionen. Einige der Gebäude sind schrecklich verfallen, andere hübsch heraus­geputzt, bei manchen wirkt die pure Architek­tur, andere sind hinter Efeu und Blumen versteckt – jedes Monats­bild erzeugt eine andere Stimmung.

Wandkalender Frontal – Häuserfronten: Cover

Wandkalender Frontal – Häuserfronten: Juli

Wandkalender Frontal – Häuserfronten: Oktober

Wenn man sich diese durchweg bejahrten Fassaden neben­einander anschaut, fällt unter anderem ins Auge, wie sich abseits der Handels­zentren Funktion und Form von Türen im Lauf der Zeit gewandelt haben. Ließen Grund­besitzer, Edle und Reiche die Eingänge ihrer Häuser mit massiven Konstruk­tionen verschlie­ßen, um für festen Schutz zu sorgen und jeden Heran­nahen­den mächtig zu beein­drucken, waren die Türen der einfachen Leute kaum mehr als Klappen, um Wetter und Unwill­kommene notdürftig draußen­zuhal­ten. Erst mit dem Aufstieg des Bürger­tums im 19. Jahr­hundert kam auch auf dem Lande der Wunsch auf, die Haustür ›schön‹ zu gestalten, auf dass sie das Ansehen der Bewohner mehre. Blättert man heutzu­tage durch das Sortiment eines großen Anbieters von Türen aller Art wie Kuporta, kann man nur staunen, wie hoch die Ansprüche an Sicher­heit, Stil, Materia­lien und techni­sche Qualität geworden sind und in welcher Breite sie bedient werden, so dass sie für jeder­mann erschwing­lich sind.

An Stelle des vorgestellten Themas »Häuserfronten« könnten beliebige andere stehen, je nach Vorlieben. Ich fand »Frontal – Häuser­fronten« zufällig auf der Suche nach einem Wand­kalen­der, der die Vielfalt der Portale, Fenster, Balkone und ganzer Fassaden­ensembles in Italien zeigt. Bei der Recherche im Internet fiel mir auf, dass der Calvendo-Verlag besonders häufig auftauchte und ein unglaublich breites Sorti­ment anzu­bieten scheint, und zwar sowohl an Themen (von »Abend­stimmung« bis »Zypern«) wie an Produkten inner­halb jeder Themen­schub­lade.

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Wie ist das möglich? Anders als konventionelle Verlage, die kosten- und arbeits­inten­sive Lager gedruckter Werke vorhalten, ist Calvendo eigentlich nur eine Plattform für Amateur­foto­grafen, die aus ihren Privat­auf­nahmen selbst Kalender zusammen­stellen und auf den Markt bringen wollen. Der Verlag sorgt für einheit­liches Layout und ein standardi­siertes Angebot an Ausfüh­rungen (Tisch- oder Wand­kalender), Größen und Preisen sowie die Vermark­tung haupt­sächlich im Internet. Es ist vor allem das Print-on-demand-Konzept (Druck nur auf Bestel­lung), das die schier endlose Produkt­palette ermög­licht und jegliche teure Lager­haltung über­flüssig macht. Da alle, die sich berufen fühlen, ihre Publi­kation auf diesem Wege offe­rieren können (wobei der Verlag wohl zuraten oder ablehnen wird), gehen Niveau und Geschmack so weit ausein­ander wie die Themen.

Auffällig ist übrigens, dass im Gegensatz zu den konventionellen Verlagen mit ihren brillanten »Gemälde­samm­lungen« hier so gut wie keine Kunst­kalender im Reper­toire sind. Zu heraus­fordernd, zu teuer in der Her­stellung? Höhere Lizenz­gebühren als für Amateur­fotografen?

Zur Qualität der technischen Ausführung kann ich entgegen meiner Absicht leider nichts sagen, da ich kein Rezensions­exemplar erhielt. Welche Papier-, Farb- und Druck­qualität, welche Art der Spiral­bindung wird verwendet? Gibt es eine stabile Pappe als Rück­seite, oder lässt das Papier bald seine Ohren hängen? Finden sich auf dem Kalender­blatt Angaben, was und welchen Ort das Foto zeigt (zumin­dest bei Architektur­fotografie meines Erachtens unver­zicht­bar), und vielleicht ein paar Erläute­rungen dazu? Wer hat das Foto gemacht? (Bei »Häuser­fronten« erfährt man in der Internet-Gallery leider nichts als den Künstler­namen »Flori0«.)

Insgesamt muss meine Rezension des »Häuser­fronten«-Kalenders folglich leider unvoll­ständig und seine Beurtei­lung unent­schieden bleiben. Fotos und Auswahl gefallen mir, wie ich sie mir im Internet anschauen durfte, die Machart bleibt mir ein Rätsel –, und so muss es bei drei Sternen bleiben.


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»Frontal - Häuserfronten«
von (alias) Flori0
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