Sardinien

Die besten sardischen Filme aus hundert Jahren

26 Filmkritiken von Bücher Rezensionen


Über die Herausbildung einer eigenständigen Filmkunst auf Sardinien und ihre Ent­wick­lung über hundert Jahre infor­miert Sie meine Seite Sardische Filmkunst aus hundert Jahren. Hier finden Sie nun eine sehr persönliche Auswahl bedeutender Filme aus einem Jahr­hundert sardi­scher Film­kultur mit mehr oder weniger aus­führ­lichen Be­spre­chun­gen. Die meisten dieser Filme kann man bei Youtube oder ähn­lichen Platt­formen zumindest in einigen Sequen­zen ansehen, etliche sogar in voller Länge (siehe Hinweise bei jedem Artikel).

Interessant ist, wie in diesen Filmen Themen auf­kei­men und ernst­haft verar­beitet werden, ehe sie in den Händen anderer Regis­seure weiter­geführt, ver­tieft, mo­der­ni­siert oder persi­fliert werden, und wie Moder­nität und Archaik oft sehr nahe bei­ein­ander lie­gen.


Darstellung:
  1. Amore rosso
    – Aldo Vergano, 1952
  2. Arcipelaghi
    – Giovanni Colombu, 2001
  3. Ballo a tre passi
    – Salvatore Mereu, 2003
  4. Banditi a Orgosolo (Die Banditen von Orgosolo)
    – Vittorio De Seta, 1961
  5. Bellas mariposas (Schöne Schmetterlinge)
    – Salvatore Mereu, 2012
  6. Cainà – L’isola e il continente
    – Gennaro Righelli, 1922
  7. Canne al vento
    – Mario Landi, 1958
  8. Cenere
    – Febo Mari, 1916
  9. ... con amore Fabia
    – Maria Teresa Camoglio, 1993
  10. Disamistade (Zur Rache verdammt)
    – Gianfranco Cabiddu, 1988
  11. Faddija – La legge della vendetta
    – Roberto Montero, 1949
  12. I protagonisti (Bandit zu besichtigen)
    – Marcello Fondato, 1968
  13. Il figlio di Bakunin
    – Gianfranco Cabiddu, 1997
  14. L’accabadora
    – Enrico Pau, 2017
  15. L’arbitro
    – Paolo Zucca, 2013
  16. L’edera – Delitto per amore
    – Augusto Genina, 1950
  17. La destinazione
    – Piero Sanna, 2003
  18. La grazia
    – Aldo De Benedetti, 1929
  19. La stoffa dei sogni
    – Gianfranco Cabiddu, 2016
  20. Le vie del peccato
    – Giorgio Pàstina, 1946
  21. Padre padrone
    – Paolo und Vittorio Taviani, 1977
  22. Pelle di bandito
    – Piero Livi, 1969
  23. Pesi leggeri
    – Enrico Pau, 2002
  24. Proibito
    – Mario Monicelli, 1954
  25. Sequestro di persona (Die Mafia-Story)
    – Gianfranco Mingozzi, 1967
  26. Sonetàula
    – Salvatore Mereu, 2008
  27. Sonos ‘e memoria
    – Gianfranco Cabiddu, 2004
  28. Su ballu ‘e s’arza
    – Serafino Deriu, 2012
  29. Un delitto impossibile
    – Antonello Grimaldi, 2000
  30. Ybris
    – Gavino Ledda, 1984

  1. Bandit zu besichtigen (I protagonisti)
    – Marcello Fondato, 1968
  2. Die Banditen von Orgosolo (Banditi a Orgosolo)
    – Vittorio De Seta, 1961
  3. Die Mafia-Story (Sequestro di persona)
    – Gianfranco Mingozzi, 1967
  4. ... in Liebe Fabia
    – Maria Teresa Camoglio, 1993
  5. Schöne Schmetterlinge (Bellas mariposas)
    – Salvatore Mereu, 2012
  6. Zur Rache verdammt (Disamistade)
    – Gianfranco Cabiddu, 1988
  1. Cenere
    – Febo Mari, 1916
  2. Cainà – L’isola e il continente
    – Gennaro Righelli, 1922
  3. La grazia
    – Aldo De Benedetti, 1929
  4. Le vie del peccato
    – Giorgio Pàstina, 1946
  5. Faddija – La legge della vendetta
    – Roberto Montero, 1949
  6. L’edera – Delitto per amore
    – Augusto Genina, 1950
  7. Amore rosso
    – Aldo Vergano, 1952
  8. Proibito
    – Mario Monicelli, 1954
  9. Canne al vento
    – Mario Landi, 1958
  10. Banditi a Orgosolo (Die Banditen von Orgosolo)
    – Vittorio De Seta, 1961
  11. Sequestro di persona (Die Mafia-Story)
    – Gianfranco Mingozzi, 1967
  12. I protagonisti (Bandit zu besichtigen)
    – Marcello Fondato, 1968
  13. Pelle di bandito
    – Piero Livi, 1969
  14. Padre padrone
    – Paolo und Vittorio Taviani, 1977
  15. Ybris
    – Gavino Ledda, 1984
  16. Disamistade (Zur Rache verdammt)
    – Gianfranco Cabiddu, 1988
  17. ... con amore Fabia
    – Maria Teresa Camoglio, 1993
  18. Il figlio di Bakunin
    – Gianfranco Cabiddu, 1997
  19. Un delitto impossibile
    – Antonello Grimaldi, 2000
  20. Arcipelaghi
    – Giovanni Colombu, 2001
  21. Pesi leggeri
    – Enrico Pau, 2002
  22. Ballo a tre passi
    – Salvatore Mereu, 2003
  23. La destinazione
    – Piero Sanna, 2003
  24. Sonos ‘e memoria
    – Gianfranco Cabiddu, 2004
  25. Sonetàula
    – Salvatore Mereu, 2008
  26. Su ballu ‘e s’arza
    – Serafino Deriu, 2012
  27. Bellas mariposas (Schöne Schmetterlinge)
    – Salvatore Mereu, 2012
  28. L’arbitro
    – Paolo Zucca, 2013
  29. La stoffa dei sogni
    – Gianfranco Cabiddu, 2016
  30. L’accabadora
    – Enrico Pau, 2017

Die besten sardischen Filme aus hundert Jahren in chronologischer Abfolge


Febo Mari: »Cenere«

Febo Mari ()

Cenere

Mütterliche Großmut
Rezension vom 09.10.2015

Anania ist der uneheliche Sohn von Rosalìa Derios. Wegen seiner illegitimen Herkunft wird er gehänselt, beleidigt und dis­krimi­niert. Da beschließt seine Mutter, ihn zu seinem Vater zu bringen, der sie, nachdem er sie verführt hatte, sich selbst überließ. Sie hofft, der Junge werde dort bessere Lebensbedingungen finden und eine ehrbare Existenz aufbauen kö...


Gennaro Righelli: »Cainà – L’isola e il continente«

Gennaro Righelli ()

Cainà – L’isola e il continente

Weg von hier
Rezension vom 21.04.2016

Der jungen Schäferin Cainà ist ihr Dorf zu eng. Sehnsüchtig schaut sie auf die Weite des Meeres hinaus. Jenseits – auf dem »continente« – muss doch ein freies, unab­hängi­ges, glück­liches Leben warten. Als ein Segel­schiff anlegt und die Mannschaft im Dorf ausge­lassen feiert, ist sie voller Bewun­derung für die welt­offen und a...


Aldo De Benedetti: »La grazia«

Aldo De Benedetti ()

La grazia

Wahre Liebe
Rezension vom 26.04.2016

Der junge Elias Desole reitet aus seiner Heimat am Meer hinauf in die unwegsamen Berge, wo er Län­de­rei­en geerbt hat. Dort begegnet er der ernsten Hirtin Simona und macht ihr schöne Augen, doch sie bleibt un­nah­bar. Aus der Tändelei wird aufrichtige Liebe; Simona gibt sich ihm am Weihnachtsabend hin, und Elias verspricht ihr die Ehe. Auf seinem Weg zurück erfa...


Giorgio Pàstina: »Le vie del peccato«

Giorgio Pàstina ()

Le vie del peccato

Gefangene ihrer Gefühle
Rezension vom 07.05.2016

Eine dramatische und tragische Liebes­geschichte vom Anfang des zwanzigsten Jahr­hun­derts; der Schauplatz ist Nuoro. Ilaria ist die Ehefrau eines jungen Arbeiters. Als einer der Männer aus den besseren Kreisen der Stadt ihr nachstellt, wird ihr Mann von Eifersucht und Hass ergriffen und tötet ihn. Dafür muss er für z...


Montero Roberto: »Faddija – La legge della vendetta«

Montero Roberto ()

Faddija – La legge della vendetta

Die Überwindung des Hasses
Rezension vom 19.05.2016

Der Konflikt zwischen Land­besit­zern und Hirten in der sumpfigen Ebene am Golf von Oristano nimmt seinen Lauf, als der junge Schafhirte Michele seine Herde auf dem Land des Grund­besit­zers Pietro weiden lässt und die Tiere dort einige Weinstöcke beschädi­gen. Der harther­zige Eigen­tümer verlangt nach alther­gebrach­tem Recht Schaden­er...


Augusto Genina: »L’edera – Delitto per amore«

Augusto Genina ()

L’edera – Delitto per amore

Opfer und Undank, Liebe und Mord
Rezension vom 08.03.2016

Die Familie Decherchi, verarmte und hoch­verschul­dete Landadlige aus Barunei (im Umland von Nuoro) adoptiert Ende des neunzehnten Jahr­hun­derts das Findelkind Annesa und zieht das Mädchen groß. Annesa weiß um die prekäre finanzielle Lage ihrer geliebten Pflege­eltern und opfert sich auf, um ihren Anteil zum Aus­kom­men beizut...


Aldo Vergano: »Amore rosso«

Aldo Vergano ()

Amore rosso

Erfolgloser Revoluzzer
Rezension vom 31.07.2016

Wie seine literarische Vorlage erzählt der Film eine dramatische Liebesge­schichte vor spezifisch sardischem sozialen Hintergrund. Die beiden Liebenden stammen nicht einfach aus zwei ver­schiede­nen Schichten, sondern eine weitere bedeutende Rolle spielt das Banditentum mit seinen eigen­tüm­lichen Rechts- und Ehr­vorstel­lung...


Mario Monicelli: »Proibito«

Mario Monicelli ()

Proibito

Keine Chance auf Versöhnung
Rezension vom 29.02.2016

Die Familien Barras und Corraine liegen seit langem in tödlicher Fehde miteinander. Alt­herge­brachte Ehrbegriffe und Rache­vor­stellun­gen lassen keinen Frieden zu; die allgemeine Verachtung für das staatliche Rechts­system und das traditio­nelle Schweige­gebot (Omertà) decken alle Taten zu. Als der junge Priester Paolo Solinas (Mel Fer...


Mario Landi: »Canne al vento«

Mario Landi ()

Canne al vento

»Die Deledda hat alles von uns Sarden begriffen«
Rezension vom 03.01.2013

Was Mintonia, die Protago­nistin aus Salvatore Niffois groß­artigem Roman »Die barfüßige Witwe«, von ihrem Mentor Tziu Imbece hört, wird 1926 auch das Stock­holmer Komitee gewusst haben, das der Autorin Grazia Deledda (1871-1936) den Nobel­preis für Litera­tur zusprach, »für ihre von Idealis­mus getra­genen Werke, die mit An­schau­lich­keit un...


Vittorio  De Seta: »Banditi a Orgosolo«

Vittorio De Seta ()

Banditi a OrgosoloDie Banditen von Orgosolo«)

Mitgefangen, mitgehangen
Rezension vom 08.08.2016

Der Schafhirte Michele, ehrlich, aber über­schul­det und glücklos, wird beschuldigt, an einem Schweine­dieb­stahl beteiligt gewesen zu sein. In Wirk­lich­keit wollte er mit den fünf Banditen, als diese ihn aufsuchten, aus­drück­lich nichts zu tun haben. Doch da man die Tiere bei ihm findet und er nichts über die banditi zu verraten bereit is...


Gianfranco Mingozzi: »Sequestro di persona«

Gianfranco Mingozzi ()

Sequestro di personaDie Mafia-Story«)

Der Gewinner will alles
Rezension vom 01.09.2016

Sardische banditi entführen den jungen Francesco. Es geht nicht um Ehre und Ge­rechtig­keit, sondern um schlichte Löse­geld­erpres­sung. Beteiligt ist auch eine Freundin des Opfers, Cristina. Obwohl Gavino, ein Bekann­ter der beiden, sie ein­dring­lich warnt, die Polizei ein­zu­schal­ten, meldet sie die Tat. Auf den Spuren der Entführer kommt...


Marcello Fondato: »I protagonisti«

Marcello Fondato ()

I protagonistiBandit zu besichtigen«)

Extremtourismus
Rezension vom 05.09.2016

Marcello Fondato greift die blutige und todernste Problematik der Ent­führun­gen auf makabre Weise auf. Der sardische Bandit Taddeu ist ein besonders abgebrühter Typ mit einer aber­witzi­gen Geschäfts­idee: Gegen ent­spre­chende Gebühr inszeniert er für abenteuer­lustige Touristen, die so etwas mögen, Entführungs-Events. Freilich zieht die Polizei da nicht mi...


Piero Livi: »Pelle di bandito«

Piero Livi ()

Pelle di bandito

Eskalation
Rezension vom 19.06.2016

Piero Livis pessimistischer Schwarz-Weiß-Film erzählt von der Eskalation der Gewalt in den Sech­ziger­jahren auf Sardinien: Während der banditismo zu reiner Krimi­nali­tät ausartet und immer brutaler wütet, rüstet der Staat Waffen und Truppen auf, um ihn auszumerzen. An der Einstellung der sardischen Bevölkerung ändert das nic...


Paolo und Vittorio Taviani: »Padre padrone«

Paolo und Vittorio Taviani ()

Padre padrone

Emanzipation aus der Steinzeit
Rezension vom 04.02.2010

Kongeniale Umsetzung des auto­biografi­schen Romans über eine er­schüt­ternd harte Kindheit und Jugend in einem archaischen Sardinien der Hirten: Was anmutet wie Steinzeit, trug sich erst »kürzlich« zu – zwischen 1938 (Leddas Geburtsjahr) und ca. 1970. Schauplatz ist das Dorf Siligo im hügeligen Nordwesten Sardiniens (Provinz Sassari), vor allem aber die endlosen We...


Gavino Ledda: »Ybris«

Gavino Ledda ()

Ybris

Zurück zu den Wurzeln
Rezension vom 28.08.2016

Eine Art Fortsetzung von »Padre padrone«, doch ist dieser Film weniger auto­biogra­fisch-natu­ralis­tisch, als dass er den Spuren sardischer Mythen nachgeht und sie mit dem griechi­schen Altertum und der Psychologie verknüpft. Offenkundig wollte der für die authentisch-schlichte (deswegen nicht minder er­schüt­ternde) Geschichte seiner Hirten­kind­heit gefeier...


Gianfranco Cabiddu: »Disamistade«

Gianfranco Cabiddu ()

DisamistadeInimiciziaZur Rache verdammt«)

Im Umbruch
Rezension vom 10.09.2016

Das sardische Wort »disamistade« bedeutet Feindschaft (»inimicizia«), Fehde (»faida«). Sein Wortstamm bezeichnet das Gegenteil von Freund­schaft, also »disamicizia«. Das sind die Themen dieses Films, der 1958 in Nuoro angesiedelt ist. Er kon­fron­tiert die Tradition der vendetta mit modernen Auf­fassun­gen von Ge­rechtig­keit. In der Fig...



Gianfranco Cabiddu: »Il figlio di Bakunin«

Gianfranco Cabiddu ()

Il figlio di Bakunin

Eine schillernde Persönlichkeit
Rezension vom 21.09.2016

Ein Film aus dem Sardinien der Arbeiter und Bürger – ohne Trachten, ohne launeddas, ohne vendetta. »Bakunin« – das ist der Spitzname, unter dem Antoni Saba allgemein geführt wird. Er betreibt eine angesehene Schuster­werk­statt in einem sardischen Berg­arbeiter­dorf der Dreißiger Jahre. Nach dem russischen Anarchisten und Revolutio...


Antonello Grimaldi: »Un delitto impossibile«

Antonello Grimaldi ()

Un delitto impossibile

Die dunkle Vergangenheit des Staatsanwalts
Rezension vom 12.07.2016

Nachdem er mit seiner Geliebten Lauretta einen cafè getrunken hat, bricht der allseits geschätzte und beliebte Staats­anwalt Valerio Garau im Gerichts­gebäude in Sassari zusammen. Kein Zweifel: Er wurde vergiftet. commissario Pani will den Fall zusammen mit dem Staats­anwalt Piero D’Onofrio aus Palermo aufklären. Die beiden kennen eina...


Giovanni Colombu: »Arcipelaghi«

Giovanni Colombu ()

Arcipelaghi

Sühne eines Kindesmordes
Rezension vom 25.09.2016

Der elfjährige Giosuè wird von seiner Mutter auf dem Bauernhof einer be­freun­deten Familie in der Nähe von Nuoro zurück­gelas­sen. In der Nacht wird er dort un­frei­willig Zeuge, wie drei Männer aus dem Dorf fünf Pferde aus dem Stall stehlen. Der Eigentümer der Tiere bedrängt das Kind unter Androhung grausamster Strafen, immer bei der Wahrhei...


Enrico Pau: »Pesi leggeri«

Enrico Pau ()

Pesi leggeri

Rivalen
Rezension vom 20.07.2016

Ein Film aus dem Boxer-Milieu im öden Vorstadt­gürtel von Cagliari. Nino ist ein hoff­nungs­volles Talent. Sein ehrgeiziger, auf­brausen­der Trainer Melis, früher selbst Europa­meis­ter, sieht ihn schon als ita­lieni­schen Champion. Eines Tages stellt sich der düstere, wort­karge Giuseppe vor und möchte in den Trai­nings­kader aufgen...


Salvatore Mereu: »Ballo a tre passi«

Salvatore Mereu ()

Ballo a tre passi

Eigentümlicher Mix
Rezension vom 26.06.2016

Der erste Spielfilm des Regisseurs Salvatore Mereu aus Dorgali lässt in seiner Film­sprache zwar neo­realis­tische Wurzeln erkennen und spielt etliche tra­ditio­nelle Stereo­typen aus (vom archai­schen Lebens­stil, dem Hirten­idyll über die ab­sonder­liche Sexua­lität bis zum gehüpften Rundtanz und dem viel­stimmi­gen Männer­gesang), bindet sie aber in ein symbol­befrach­tet...


Piero Sanna: »La destinazione«

Piero Sanna ()

La destinazione

Vom Scheitern zwischen Gestern und Heute
Rezension vom 03.06.2016

Der neunzehnjährige Emilio aus Rimini, noch sorglos und etwas naiv, absolviert seine einjährige Aus­bil­dung bei den Carabi­nieri in Rom. Sie ist von mili­täri­scher Strenge und zielt auf Disziplin und Ver­antwor­tungs­bewusst­sein. Emilio freundet sich mit dem Sarden Costantino an, einem ernsten, schweig­samen jungen M...



Salvatore Mereu: »Sonetàula«

Salvatore Mereu ()

Sonetàula

Der tönende Junge
Rezension vom 30.09.2016

Zuanne Malune ist zwölf, als sein geliebter Vater 1938 das (fiktive) Heimatdorf Orgiadas verlassen muss. Er wurde für ein Verbrechen verurteilt, das er gar nicht begangen hat, und er wird in der Verbannung sterben. Seine Mutter zerbricht daran. Der Großvater erzieht den Jungen nach den uralten einfachen Gesetzen der Hirten, und immer behält er die Pflicht vor Augen, das Unre...


Salvatore Mereu: »Bellas mariposas«

Salvatore Mereu ()

Bellas mariposasSchöne Schmetterlinge«)

Die Stärke der Schmetterlinge
Rezension vom 16.10.2016

Die zwölfjährige Caterina wächst in einem verwahr­losten, über­völker­ten Wohnblock in Sant’Elia, einer Vorstadt von Cagliari auf. Trotz der de­primie­renden Lebens­bedin­gun­gen in ihrer chaoti­schen Patch­work-Familie bewahrt sie ihre Heiterkeit, Cha­rakter­stärke und ihre Träume (z.B. »cantante« werden). In jeder Lebenslage trällert sie den »Mambo italiano«, dessen Melodi...


Serafino Deriu: »Su ballu ‘e s’arza«

Serafino Deriu ()

Su ballu ‘e s’arzaIl ballo dell’argia

Magische Heilung
Rezension vom 28.05.2016

Der interessante Versuch, ein uraltes Ritual des Volks­glaubens anschau­lich zu machen und zugleich in unsere Zeit zu trans­ponieren. Ein Mann wird durch Tänze, Gesänge usw. von der unglück­lichen Seele befreit, die sich seiner bemäch­tigt hatte. Mit Exorzis­mus, wie ihn törichte Holly­wood-Horror­filme ausmalen, hat das nichts zu tun. Vielmehr geht es um die Doku­men...


Paolo Zucca: »L’arbitro«

Paolo Zucca ()

L’arbitro

Aberwitziges Fußball-Ballett
Rezension vom 28.01.2018

Pabarile ist ein (fiktives) Kaff im Nordwesten Sardiniens. Nur Fußball peppt das Leben dort auf, auch das der schweig­samen Hirten und Käuze und der alten Frauen mit schwarzen Kopf­tüchern. Atletico, die Lokal­mann­schaft, hat den letzten Platz in der dritten sardischen Liga abonniert. All­wöchent­lich erleiden sie eine neuer­liche D...




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